Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 34, 1878)

— JAN Ben 
artigen Rheincorrectionsarbeiten, die zur Zeit zwischen Ragatz 
und St. Margarethen im Gange sind, persönlich überzeugt. Der 
die Arbeiten zur Zeit leitende höchst eifrige junge Ingenieur, 
Herr Wey hatte sich dort zunächst die Aufgabe gestellt, eine 
Strecke Landes zwischen Ragatz und Sargans zwischen dem neuen 
Hochwasserdamm und dem alten Schutzdamme, das meist nur 
aus Strandboden (Sand und Gerölle) besteht, auf dem nur der 
Sanddorn (Hippophae rhamnoides), und hie und da spärliche Erlen 
fortkommen, mittelst der Suspensionen des in den Sommermonaten 
hochgehenden Rheines aufzuhöhen, der in dieser Zeit eine Masse 
fruchtbaren Schlammes, der hauptsächlich aus der Nolla und 
Landquart kommt, mit sich führt. Nach genauen Messungen 
enthält das Rheinwasser bis zu 42 pro Mille, im Mittel 16 pro 
Mille feste Bestandtheile. Es wurden zu obigem Behufe zwischen 
dem alten und neuen Hochwasserdamm eine Reihe kleinerer 
Querdämme aus Kies und Sand erstellt, die mit der fortschreiten- 
den Colmation erhöht werden sollen, und eine Ein- und Auslauf- 
schleuse erbaut, die das Wasser des Rheines in einen Zuleitungs- 
graben längs des alten Hochwasserdammes führt, von dem aus 
dasselbe in die durch die Querdimme gebildeten Abtheilungen 
nach Erforderniss eingeleitet wird, und sodann das vom Schlamme 
befreite Wasser am Ende der Strecke wieder in den Rhein abführt. 
Nach den vorgenommenen Messungen über die eingeflossene 
Wassermenge und den Schlammgehalt derselben ergab sich, dass 
von Anfang Juli bis Mitte August gegen 3 Millionen Cubikfuss 
=— 80,000 Cubikmeter Schlamm eingeführt und auf das dem 
Rheinbett abgenommene Hinterland (Strandboden) deponirt worden 
waren, was auf eine Ausdehnung von circa 90 Hectaren eine 
Durchschnittserhöhung von 9 Centimetern (3 Zoll Schw. M.) ergibt. 
Man beabsichtigt aber nicht blos das zwischen dem neuen 
Hochwasserdamm und dem nunmehrigeu Binnendamm liegende 
ausgedehnte Terrain aufzuhöhen, sondern man wird auch das 
innerhalb des Binnendammes liegende Gemeindeland partienweise 
abgrenzen, und auf die oben bezeichnete Weise colmiren, ja es 
ist möglich, das Hinterland in einer vom Gefälle abhängigen 
Entfernung von der Schleuse bis auf die Höhe des Hochwasser- 
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