Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 34, 1878)

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dammes aufzulanden, wodurch die inzwischen ausgeführten Ufer- 
schutzbauten an Widerstandskraft bedeutend gewinnen, das ver- 
heerte Hinterland aber auf weite Ausdehnung der Kultur zurück- 
gegeben werden kann. 
Nach den inzwischen gemachten Erfahrungen wird eine jähr- 
liche Erhöhung des Hinterlandes von 20—25 Centimeter erzielt. 
Unter Berücksichtigung, dass die Auflandung mit ihrem Fort- 
schreiten stets langsamer von Statten geht, kann mit Sicherheit 
angenommen werden, dass in 20—25 Jahren die Flächen zwischen 
dem neuen Damm und dem Binnendamm auf die Höhe des letz- 
teren aufgelandet sein werden. 
Der Einwurf aber, dass derartige Arbeiten bei uns nicht 
möglich wären, ist durchaus nicht stichhaltig. Eine Reihe unserer 
Bergwasser, namentlich unserem Alptrauf entlang, und insbesondere 
wieder diejenigen, die längere Strecken in den thonreichen Schicht- 
gebilden des weissen Jura a, wie des braunen und schwarzen Jura ein- 
schneiden, wälzen zur Zeit der Schneeschmelze oder bei heftigen Ge- 
wittern eine Menge Schlamm zu Thale, welcher zur rechten Zeit 
und am rechten Orte benutzt, zur Verbesserung verheerter oder 
steriler Grundstücke mit bestem Erfolg benützt werden könnte. 
Ein nicht uninteressantes Beispiel liegt an der Hohenzollern- 
bahn vor. Unterhalb des Ortes Bisingen zwischen Hechingen 
und Balingen kreuzt der sogenannte Klingenbach die Baln bei 
Kilom. 34 Nr. 9, beschreibt unterhalb der Bahnachse einen weiten 
Bogen, kehrt eine kurze Strecke weiter abwärts wieder unter 
die Bahntrace zurück und verfolgt in fortgesetzten Mäanderzügen 
das enge Thalgerinne, das allenthalben durch das Wildwasser 
verheert ist. An der Stelle nun, wo der Bach, der zur Zeit 
hoher Wasserstände eine Menge feinen Schlammes mit sich führt, 
die Bahnachse wieder berührt, wurde demselben ein neues Bett 
gegraben und das ausgegrabene Land zwischen Correction und 
Bahndamm aufgefüllt, so dass gegen den erwähnten Bogen zu, 
den der Bach beim Passiren der Bahn macht, eine Art Quer- 
damm erstellt wurde. Die Feld- und Wiesenfläche zwischen 
Bach und Querdamm war vor dem Bahnbau total verheert, und 
bestand nur noch aus Sand und Gerölle. In Folge der Ausfüh-
	        

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