Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 34, 1878)

a) Subgenus Scoliodon M. H. 
Wie der Name besagt, sind die Zahnspitzen zu ihrer Basis 
schief gestellt (mit Ausnahme des Symphysenzahns); an den 
Rändern sind dieselben ohne Zähnelung (cf. M. H. 1. c. S. 28, 
A. Günther S. 357, Klunzinger S. 215). 
1. Art: €. Scoliodon Kraussi n. Sp. 
Tafel I. Figur 7—11. 
Die Abbildung und Beschreibung der Zähne dieses Unter- 
geschlechts bei Müller und Henle lässt die Anwesenheit des- 
selben in der oberschwäbischen Molasse mit Bestimmtheit er- 
kennen. Die in Figur 8 (von aussen) und 9 (von innen) ab- 
gebildeten Zähne fassen wir als Unterkieferzähne auf; dieselben 
sind hohl, an den Rändern ungezähnelt und schief gegen die 
Basis gestellt. Auch die Grösse, die je nach der Stellung im 
Kiefer zwischen 0,01 m und 0,005 m schwankt, stimmt gut mit 
dem von Müller und Henle abgebildeten Sc. laticaudus überein. 
Als sehr wahrscheinliche Oberkieferzähne ziehen wir hinzu die 
Fig. 10 von aussen und Fig. 11 von innen abgebildeten Stücke. 
Sie sind etwas weniger schief gegen die Basis geneigt und die 
Hauptspitze ist mehr breitlich. Man könnte auf Grund dieser Ab- 
weichung eine eigene Art aufstellen; allein auch bei den lebenden 
Arten sind Ober- und Unterkieferzähne etwas verschieden, z. B. 
Scoliodon acutus nach Klunzinger. Die von Müller und 
Henle abgebildeten Zahnreihen des lebenden Se. laticaudus 
lassen gleichfalls erkennen, dass die Oberkieferzähne etwas 
weniger schief geneigt sind und ihre Spitze etwas breiter ist, 
als bei den Unterkieferzähnen. Zudem sind beide Zahnformen 
in Bezug auf ihre Häufigkeit, besser in Bezug auf ihre Selten- 
heit, unter sich ganz gut im Gleichgewichte, Die Deutung des 
in Figur 7 abgebildeten Zahnes als Symphysenzahn rechtfertigt 
sich durch die schmale und aufrechte Gestalt und seine glatt- 
randige Beschaffenheit. Von den Symphysenzähnen der Sphyrna 
serrata (wovon unten) unterscheidet er sich durch den Mangel an 
jeder Zähnelung; von ‚den Zähnen der C. Aprion stellatus 
(wovon unten) trennt ihn die kurze schmale Basis. 
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