Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 34, 1878)

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Folglich ist das, was in den Zwischengängen abgelagert ist, 
ein Ausscheidungsproduct bei der Zersetzung des Olivins oder 
Augits und in der That unterscheidet sich diese Füllmasse ganz 
deutlich von der der Kammer. Sie ist also ein Ausscheidungs- 
produkt und suchte sich einen Ausweg, nachdem der Raum 
für sie nicht mehr hinreichte. 
Aber es finden sich in jedem Handstücke eine grosse Zahl 
von Kammern, welche durchaus keine Zwischengänge haben 
und gerade diese zeigen noch crystallinische Structur mit Pola- 
risationserscheinung von doppeltbrechenden Mineralien. Je 
weniger die Zersetzung vorgeschritten, um so mehr haben die 
Umrisse noch gerade Linien und nicht runde, wie die Kammern. 
Beide Erscheinungen zusammen beweisen, dass die Zwischengänge 
nur bei der Zersetzung des Serpentin-Gesteins entstanden sind. 
Ich zeige dies an einer Abbildung, Taf. II, Fig. 2, eines Dünn- 
schliffs von einem Serpentinkalk, in welchem sowohl Olivinkörner 
als Serpentinkammern, und in welchen Aragonit, Flocculit und die 
Astsysteme vorkommen, wie im canadischen. 
Wo aber die Täuschung Dr. Carpenter’s am bedeutendsten 
hervortritt, das ist 
3) in der Schale (original cell-wall, proper wall). 
Dr. Carpenter nimmt es als ausgemacht an, dass die Kam- 
mern von einer Schale umgeben seien. Ich habe eine grosse 
Anzahl Schliffe durchgesehen und habe um den grössten 
Theil der „Kammern“ keine Spur einer Schale gefunden, obgleich 
die Erhaltung unter den ganz gleichen Bedingungen stand, wie 
die, wo man etwas der Art bemerken konnte. 
Allerdings ist überall fast das Bild einer Schale da, dies 
ist aber, wie ich schon früher zeigte, eine unverzeihliche optische 
Täuschung. Die „Kammern“ sind rund. Wird eine Platte daraus 
geschliffen, so erscheint die Seiten-Oberfläche des Serpentfns 
(zwischen beiden Schnittflächen) als Schale. Die Sache klärt sich 
sofort, wenn man beobachtet, wie die „Schale“ dicker und dünner 
wird je nach der Rundung und der Schnittfläche. So stellen z. B. 
die schraffirten Linien 2, der Tafel 14 im Quarterly Journal of 
the geological Society nichts dar als die Berührungsfläche des
	        

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