Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 34, 1878)

Ueber den Hydrohämatit von Neuenbürg, 
Von Professor Dr. Max Bauer in Königsberg i. Pr. 
Als ich meine im Jahrgang 1866, pag. 168 ff., dieser Jahres- 
hefte veröffentlichte Dissertation über: „Die Brauneisensteingänge 
von Neuenbürg“ an der Enz im Schwarzwald verfasste, war 
meine Aufmerksamkeit noch nicht auf das oben erwähnte Mineral, 
Hydrohämatit, gelenkt worden, ein Eisenoxydhydrat, das sich von 
anderen ähnlich zusammengesetzten Mineralien, Goethit, Braun- 
eisenstein etc., wesentlich durch einen geringeren Wassergehalt 
unterscheidet, den geringsten, der in dieser Gruppe beobachtet 
worden ist, der 5,3% beträgt und der auf die Formel H2 05: 
2 Fe2 03 = Hı Fe4 O7 führt. 
Ich kannte damals bloss die Angabe von Hermann‘, der 
von den Turginskischen Kupfergruben bei Bogoslawsk im Ural 
den nach dem benachbarten Fluss Turga so benannten Turgit 
beschrieb, ein derbes Mineral mit ebenem, flachmuschligem, matten 
Bruch, das in splitterige, scharfkantige Bruchstücke zerbricht, 
undurchsichtig ist, eine braunrothe Farbe mit braunrothem, ins 
Ziegelrothe gehenden Strich, eine Härte = 5 und ein spez. Gewicht 
=— 83,54 — 8,74 besitzt und dessen Analyse auf die oben ange- 
gebene Formel führt. 
Ich kannte aber nicht die Stelle in dem „Vollständigen 
Handbuch der Mineralogie“ von Breithaupt* mit der Be- 
schreibung des Hydrohämatit als eines dunkelrothen ins Graue 
fallenden, faserigen Minerals von oben angegebener Zusammen- 
setzung, von der Härte = 6'2—7'/2 und dem spez. Gewicht 
1 Journ. für prakt. Chem. 33. 97. 1844. 
2 III. 486. 1847.
	        

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