Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 34, 1878)

zeichnet. Solche ganz ähnlich verlaufende feine Linien finden 
sich auch dicht gedrängt auf den eigentlichen Querbruchflächen, 
und es entsteht so ein Anschein von Faserigkeit, die in Wirklich- 
keit wohl, wie ich glaube, nicht existirt oder die jedenfalls sehr 
viel mehr zurücktritt, als man das nach dem ersten Anschein 
denken sollte. Jedenfalls gelang es nie einzelne so feine Fasern 
abzulösen, wie sie sich bei vielen braunen und rothen Glas- 
knöpfen ablösen lassen, wo sie so scharf und spitzig sind, dass 
man sich daran erheblich stechen kann. 
Die Härte des Minerals fand sich ungefähr — 6—7, 
einzelne Stücke ritzten Quarz merkbar. 
Alle diese Eigenschaften, wie sie sich aussen schon ohne 
Anwendung speziellerer Untersuchungen zeigen, führen mit Sicher- 
heit auf Hydrohämatit, Der völligen Sicherheit wegen aber habe 
ich auch eine chemische Untersuchung angestellt und dabei einen 
Wassergehalt von 5,67% 0 gefunden, was genau auf die Hydro- 
hämatitformel H2 0.2 Fe2 03 — Hı Fe4 O7 führt. Ein Theil 
des Wassers geht schon unter Glühhitze leicht weg, daher geben 
grössere Stückchen schon im Kolben grössere Mengen Wasser- 
tropfen und zeigen dabei das für den Hydrohämatit zum Unter- 
schied von allen anderen ähnlich aussehenden Eisenerzen charak- 
teristische starke Zerknistern, das schon Breithaupt® als unter- 
scheidendes Kennzeichen angiebt. Die letzten Antheile des Wassers 
gehen erst bei starker Glühhitze weg. 
In kalter HC1 löst sich das Pulver schwer, in heisser rasch 
und leicht, beidemal unter Erzeugung starker, Lakmus-bleichender 
Chlordämpfe, was auf einen grösseren Mangangehalt hinweist. 
Dabei bleibt nur ein kleinerer unlöslicher Rückstand. 
Ausser dieser scheinbar faserigen Varietät des Hydrohämatit 
scheint nun aber noch eine zweite pulverförmige desselben vor- 
handen zu sein, die ich auch in jener Dissertation schon be- 
schrieben, aber damals für Eisenoxyd gehalten habe. Es sind 
dies ziegelrothe Flecken auf der schwarzen Glaskopfoberfläche 
und dünne, dem festen Hydrohämatit eingelagerte Schnürchen, 
die beim Erhitzen im Kolben Wasser geben, also nicht Eisen- 
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