Volltext: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 34, 1878)

II. Vorträge. 
I. Prof, Dr. Schwendener in Tübingen sprach über die 
Festigkeit der Gewächse. 
Indem ich diesen Gegenstand hier zur Sprache bringe, ist 
es meine Absicht, denselben nach drei verschiedenen Seiten 
kurz zu besprechen, zunächst mit Rücksicht auf die Frage, ob 
die "Pflanzen bestimmte Gewebe besitzen, welche vorzugsweise 
oder ausschliesslich die erforderliche Festigkeit bedingen und 
desshalb in ihrer Gesammtheit mit gleichem Recht, wie das 
Kuochengerüste der Wirbelthiere oder der Chitinpanzer der In- 
sekten, als Skelett bezeichnet werden könnten. Kommen solche 
Gewebe vor, was ich zum Voraus bestätigen kann, so führt die 
weitere Untersuchung naturgemäss zur Betrachtung ihres anato- 
mischen Baues und ihrer physikalischen Eigenschaften. Wir 
werden festzustellen haben, durch welche Merkmale sich diese 
skelettbildenden Gewebe von den übrigen unterscheiden und 
welche Abstufungen sie unter sich selbst darbieten. Endlich 
bleibt der Nachweis zu leisten übrig, dass die Architectur der 
fraglichen Gewebe denselben mechanischen Regeln entspricht, 
nach denen die moderne Technik ihre Holz- und Eisenconstruc- 
tionen ausführt. 
Was zunächst die Frage betrifft, ob ein Skelett in dem 
eben bezeichneten Sinn den höheren Pflanzen zukomme, so kann 
die Antwort hierauf, wie bereits angedeutet, nur eine bejahende 
sein. Denn in der That, alle grösseren, fester gebauten Ge-
	        

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