Volltext : Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 36, 1880)

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durch die grosse Ethmoidallücke auf die Seite gedrängt, nach
vorne hin ziemlich scharf zu, so dass seine Länge in der Gesichtsfläche
 ungefähr das Doppelte beträgt von seiner grössten
Breitenausdehnung. Hier scheint nun die ganz enorm entwickelte
und überaus constante Ethmoidallücke nicht nur zur grössten
Flächenausdehnung zu gelangen, da sie fast gleich gross ist als
das Lacrymale diesseits des Orbitalrands, sondern sie scheint.
auch zur höchsten functionellen Bedeutung zu gelangen. Durch
dieselbe wird die Maxilla einerseits und das Lacrymale andererseits
 in der Ausbreitung ganz energisch unterbrochen, so dass
der nach oben zu freiliegende Rand des Lacrymale am SchädelsSkelet
 fast geradlinig abgeschnitten oder wie durch eine mechanische
 Gewalt zurückgedrängt erscheint, und der Knochen vermag
 an dieser Stelle bei seiner Weiterentwicklung eher nach
innen sich umzurollen oder am Rand selbst sich mächtig zu verdicken,
 als dass er über die Ethmoidallücke hin sich auszudehnen
auch nur einen schwachen Versuch macht. Sicherlich haben wir
es hier mit einem merkwürdigen anatomischen Vorgang zu thun,
der schwerlich seine genügende Erklärung finden dürfte durch
die Annahme, es handle sich hier nur um Ersparniss von Knochenmaterial
 zum Zweck einer Gewichtsreduction, oder gar um eine
nur zufällige Bildung an einer der knöchernen Bedeckung nicht
bedürftigen Stelle. Ob diese sonderbaren Verhältnisse specifisch
respiratorischen Zwecken dienen, oder ob sie in näherer Beziehung
 zu anderen biologischen Vorgängen stehen, diess zu
untersuchen ist hier nicht der Ort. Bei manchen weiblichen
Schädeln von Cervus elaphus findet sich die an die Ethmoidallücke
 anstossende Kante des Lacrymale nach innen stark umgeschlagen
 und gegen das Frontale hin zu einem wulstigen
Hohlraum aufgeblasen, der sich unter die gegen die Orbita hin
seitlich vorspringende Ecke des Frontale hinunterschiebt (vgl.
osteolog. Sammlung, Basel, C. III. 198).
Bei den Schauf lern (Cervus Alces, Dama, Tarandus etc.)
erlangt das Thränenbein eine den übrigen Schädelverhältnissen
entsprechende viel plumpere und massigere Ausbildung als beim
Edelhirsch, Der orbitale Theil ist stärker entwickelt und beson-34


            
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