Volltext : Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 36, 1880)

Beiträge zur Algenflora von Württemberg,
Von Dr. O. Kirchner in Hohenheim.
(Hiezu Tafel II.)
Wie die Durchforschung Württembergs in Bezug auf die
Kryptogamen im Allgemeinen hinter der anderer deutscher Gebiete
 noch zurücksteht, so haben sich namentlich die Algen und
Pilze bisher nur einer verhältnissmässig geringen Berücksichtigung
von Seiten der Sammler und Bearbeiter zu erfreuen gehabt: ohne
Zweifel eine Folge davon, dass für das Studium dieser Thallo-Phyten
 das Mikroskop ein unentbehrliches Werkzeug ist.
Was die Algen insbesondere betrifft, so haben sich zuerst
seit den zwanziger Jahren einzelne Männer, wie Gustav Schübler
 (gest. 1834) und Georg von Martens (gest. 1872), um
die Kenntniss derselben verdient gemacht, wie dies die Abhandlungen
 des ersteren über Hydrurus crystallophorus (in Regensburger
 Flora 1828, S. 78 und 577 ff.) und die Sammlungen
des letzteren beweisen. Von v. Martens angeregt, wandte sich
G. von Zeller, jetzt Direktor der K. Kataster-Commission in
Stuttgart, etwa seit dem Jahre 1853 dem Studium der Algen
zu, dem er bis heute mit liebevoller Hingebung und stets wachsendem
 Erfolge treu geblieben ist. Er ist es, der den Grund
zu einer württembergischen Algenflora gelegt hat, nicht nur durch
seine eigenen Sammlungen, von denen er freigebig für Rabenhorst’s
 Dekaden und an Liebhaber mittheilte, sondern auch dadurch,
 dass er durch Beispiel und Unterstützung neue Kräfte
für die Phykologie gewann. Die Herren Baron Koenig
            
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