Volltext : Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 36, 1880)

SEA
Ich habe sie Zophyllum canadense, das Gestein nun Kophyl-Zum-Kalk
 genannt.
Wir haben statt des ersten Thieres die erste Pflanze. Wir
haben also auch nichts verloren, sondern ich glaube, gewonnen.
Die Anfänge des Organischen können nicht Thiere, und zwar
verhältnissmässig hoch entwickelte wie Nummuliten, gewesen.sein.
Die Pflanzenschöpfung — das ist eine logische Forderung —
muss der thierischen vorausgegangen sein.
Ich begnüge mich mit dieser Ankündigung, da ich Ihnen
die Sache selbst vorzeigen kann.
VI.
Prof. Leuze sprach über
die Kalkspäthe im Basalttuff des Owener Bölle.
(Hiezu Tafel I.)
Es war etwa vor 10 Jahren, als man auf der linken Seite
der Lauter etwa einen Kilometer südwestlich von Owen gegenüber
 von der Teck am sogenannten „Bölle“ einen blaugrauen
Basalt brach, etwa 10 000 Rosslasten ä 10 Ctr., welche grösstentheils
 nach Stuttgart als Sirasseneinwurf geführt wurden. Die
Freundlichkeit des Besitzers, des Chemikers Krauss, sowie die
mir damals zu Gebot stehende freie Zeit gestatteten mir häufige
Besuche in dem Bruche, so dass ich sowohl an Ort und Stelle
meine Beobachtungen anstellen, als auch ein ziemlich umfangreiches
 Material sammeln konnte. Die Untersuchung desselben
zog sich leider bis heute hinaus; unterdessen wurde auf das
Vorkommen am Bölle aufmerksam gemacht von Prof. Dr. Werner
(Jahreshefte 1867, pag. 128) und von Deffner („Begleitworte
zum Atlasblatt Kirchheim“, 1872). Wenn ich zu diesen früheren
Nachrichten die Ergebnisse meiner Untersuchung hinzufüge, so
geschieht das, um das interessante Vorkommen näher und vollständiger
 zu beschreiben und insbesondere das krystallographische
 Verhalten des dortigen Kalkspaths zu
beleuchten.
            
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