Vergleichende Untersuchungen über die Flora der
vulkanischen Hegauberge.
Von Friedrich Karrer, kgl. Revieramtsassistent in Hohentwiel.
Das Hegau begreift jene reizende, in jeder Beziehung hochinteressante
Landschaft zwischen dem Jurazug am Randen, dem
Bodensee und Rhein.
Durch seine Bergkegel vulkanischen Ursprungs und seine
Lage zwischen Jura und den Alpen hat dieses Gau in botanischer
Beziehung Manches voraus und ist auch in dieser Hinsicht seit
langer Zeit floristisch untersucht worden, was die vielen Standortsangaben
seltener Gewächse, wenigstens von den bevorzugtesten
Punkten, wie dem Hohentwiel, seit Gmelin, sowie die neuen Floren
von Baden und Württemberg beweisen,
Mannigfache Umstände tragen zum Reichthum der Flora
des Hegaus bei, KEinestheils die massige Entwicklung der Felsen,
welche die Ansiedlung einer Felsenflora in reichstem Maasse gestattet,
hiezu günstig die Nähe der Alpen und des Jura, sodann
die Gegend mild, meist überall noch Weinbau, während die Berge
vermöge ihrer Höhe und ihres raschen Ansteigens schon pflanzengeographisch
in die subalpine Zone hineinragen, nämlich bis zu
870 m Seehöhe (Neuhewen).
Das beste Beispiel liefert wohl der Hohentwiel*. An seinem
* Der Weinbau geht im Hegau sehr hoch. Die Weiterdinger
Reben auf vulkan. Tuff des Mägdebergs gehen bis zu 2063‘ bad. ==618
m, eine Höhe bis zu welcher meines Wissens in Deutschland
die Rebe nicht mehr gezogen wird. Der Wein ist in halbwegs günstigen
Jahren noch wohl trinkbar, ja der Weiterdinger Rothe erfreut sich
eines gewissen Rufs, Hieran ist nur der Tuffboden schuld.