Nekrolog
des Ober-Medieinalrath Dr. Eduard von Hering
von Stuttgart.
Von Director Dr. v. Rueff.
Am Morgen des 28. März 1881 schloss olne Kampf und
vorhergegangenes Leiden, kaum gestört durch die natürlichen Gebrechen
des Alters in Folge eines Schlaganfalles im 82. Jahre
ein Leben ab voll Arbeit, aber auch reich an Erfolgen auf dem
Gebiete der Wissenschaften und gelohnt von Anerkennung.
Wenigen ist es vergönnt, so wie es Hering beschieden war,
in fast ungebrochener geistiger Frische und in solchem Wohlbefinden
ohne störende Verkürzung der Sinnesthätigkeiten ein
so hohes Alter zu erreichen und bis zu dem späten Lebensende
so productiv wirken zu können. Dafür, dass diese lange Lebenszeit
redlich durch ernste Arbeit ausgenützt worden ist, spricht
nicht allein die ihm in den weitesten Kreisen auf dem Gebiete
der Naturwissenschaften gezollte rühmliche Anerkennung, das ungeschminkte
Dankesgefühl einer langen Reihe von Schülern,
sondern auch seine so fruchtbare schriftstellerische Thätigkeit.
In letzterer Beziehung legt namentlich das von ihm 1840 begründete
und bis zum Jahre 1875 selbst redigirte Repertorium
der Thierheilkunde ein glänzendes Zeugniss ab. Eben noch in
diesem Jahre enthielt diese seine literarische Lieblingsschöpfung
einen werthvollen Beitrag aus seiner Feder. Aber auch in andern
Zeitschriften, z. B. in den Nova Acta der Kaiserl. Leopold.-Carolin.
Academie, in Canstatt’s und Eisenmann’s Jahresberichten