72
WÜRTTEMBERGISCHE BAUZEITUNQ.
Nr. 9.
Für gilt:
.9-4 = — 0,0705 |^6,875.5,775
4,35.2,275
. 2 . 1,675 - 1,312.1,925®. 9
H 2 •" 1.312.4.1.3,/25 H ^
i9- 4 = — 0,0705.74,8734 — — 5,729 t
j Belastungsschema für D t :
]
I
^ $//*■ d
Wmmm
p
i
Analog erhält man mit Schwerachse über
Knotenpunkt 4:
D 5 = —0,0705.118,88156 = —8,381 t I
(Schluß folgt.)
Elworthys Ozonerzeugungsapparat.
lieber diese neue, bereits in der vorigen Nummer der
„Württ. Bau-Ztg.“ erwähnte Erfindung liegt jetzt das Gutachten
des Professors Dr. P h i 1 i p - Stuttgart vor. Auf Grund der in
der Fabrik von Kölle & Held ausgeführten Versuche kommt
der bekannte Chemiker zu folgendem Ergebnis über die
Leistungsfähigkeit des neuen Ozonisators:
„Das Elworthysche Verfahren beruht wie alle technischen
Methoden zur Darstellung von Ozon auf der Einwirkung
stiller elektrischer Entladungen auf den Sauerstoff der Luft,
unterscheidet sich in seiner apparativen Ausführung aber von
den seither für die praktische Verwendung einzig in Betracht
kommenden Siemens & Halskeschen Apparaten vor allem
dadurch, daß die für eine brauchbare Ausbeute erforderliche
niedrige Temperatur nicht durch Wasserkühlung, sondern durch
schnelles Strömen der zu ozonisierenden Luft selbst erreicht
wird, und daß der Luftstrom das Feld der stillen Entladungen
nicht einmal, sondern zweimal passiert. Diese einerseits für
die konstruktive Einfachheit des Apparates, anderseits für
seinen Wirkungswert wichtigen Vorteile werden in einfacher
Weise dadurch erzielt, daß die die Pole der stillen Entladungen
bildenden Metallspiralen sich in einer engeren und in einer
diese umschließenden weiteren Glasröhre befinden, welche
nacheinander von der Luft durchströmt werden. Diese Röhren
sind zu 10 in einer Normalbatterie vereinigt. Die ozonisierte
Luft sammelt sich, nachdem sie die äußeren Röhren durchstrichen
hat, in einem seitlichen Reservoir und wird von hier
aus durch die inneren Röhren getrieben, wo sie, aufs neue
den elektrischen Entladungen ausgesetzt, ihren Ozongehalt
vermehrt, um dann den Apparat zu verlassen und ihrem Verwendungszweck
zugeführt zu werden. Eine solche 10-Röhrenbatterie
ist so kompendiös gebaut (Höhe 45 cm, Tiefe 28 cm),
daß sie nicht mehr Raum als eine kleine Hausapotheke beansprucht.
Der die stillen Entladungen liefernde hochgespannte
elektrische Strom wird erzeugt von einer Wechselstrom-Dynamomaschine
mit 3—4 Amp. und 125—135 Volt und in
einem besonders konstruierten kleinen Transformator in einen
Strom von 11000—12000 Volt Spannung umgewandelt. Der
Luft ström wird bei der vorliegenden Versuchsanordnung
durch einen Doppelblasebalg mit maschinellem Antrieb geliefert.
Vor den Versuchen wurden Ampere- und Voltmeter
auf ihre Richtigkeit geprüft und die Luftmenge, welche der
Blasebalg bei regulärem Maschinengang hergibt, direkt durch
Wasserverdrängung auf 66,24 Kubikmeter per Stunde festgestellt.
Die Prüfung der aus dem Apparat austretenden
ozonisierten Luft auf ihren Ozongehalt wurde in
der Weise vorgenommen, daß man durch Auslaufenlassen
eines mit Wasser gefüllten 22 Liter fassenden Aspirators 22 Liter
des erzeugten Ozongemisches durch Vorlagen, in denen sich
eine abgemessene Menge V 10 Normal-Jodkaliumlösung befand,
hindurchstreichen ließ, nach beendigter Absorption die Jodkaliumlösung
mit einer gleichen Menge l / 10 Normal-Schwefelsäure
versetzte und das ausgeschiedene Jod mit l /io Normal-Thiosulfatlösung
titrierte. Um die günstigsten Verhältnisse zwischen
dem Luftstrom und der Elektrizitätsmenge festzustellen, wurden
die Versuche unter verschiedenen Bedingungen, jedoch stets
bei derselben Stärke des Luftstromes ausgeführt.
Aus diesen Versuchen ergibt sich, daß die Elworthysche
10-Röhrenbatterie bei den richtigen Versuchsbedingungen,
welche, wenn einmal ermittelt, leicht innezuhalten sind, per
Kilowatt-Stunde 70 Gramm Ozon liefert, eine Menge,
welche bei ungünstigem Verhältnisse zwischen Luft- und
Elektrizitätsmenge auf 60 Gramm pro Kilowatt-Stunde sinken
kann. Bei dem zur Verfügung stehenden Luftstrom von
66,24 Kubikmeter per Stunde erwiesen sich 400—430 Watt
als die günstigste Elektrizitätsmenge.
Die Konzentration des Luftozongemisches betrug durchschnittlich
0,4—0,5 Gramm Ozon per Kubikmeter. Sollte dieser
Gehalt an Ozon für gewisse Verwendungszwecke sich unzureichend
erweisen, so ließe sich durch Hintereinanderschaltung
mehrerer Batterien leicht eine höhere Konzentration des Ozongemisches
erzeugen.
Die mit dem Elworthyschen Apparat erzielte Ozonausbeute
ist eine solche, wie sie in praktischem Betriebe
seither bei einem andern System auch nicht entfernt erreicht
worden ist. Hierzu kommt nun die erstaunliche Einfachheit
des Apparates, mit welcher dieser im Vergleich zu andern
Ozonisatoren hohe Effekte erzielt, und die durch die solide
Konstruktion und das Fehlen komplizierter Hilfsapparate bedingte
große Betriebssicherheit. Durch Entfernung weniger
Schrauben kann der Apparat auseinandergenommen und in
kürzester Zeit wieder zusammengesetzt werden, falls irgend
eine Dichtung defekt oder irgend eine andre Reparatur nötig
sein sollte. Während meiner mehrmonatlichen Arbeiten zunächst
mit zwei kleinen Versuchsbatterien von je vier Röhren,
welche schon etwa zwei Jahre im Gebrauch gewesen waren,
und sodann mit einer neuen 10-Röhrenbatterie ist übrigens nicht
ein einziger Fall von Bruch, sei es der Glas- oder Porzellanteile
des Apparates, oder eine anderweitige Betriebsstörung
vorgekommen.
Da weder eine Vorkühlung oder Trocknung der Luft, noch
eine Eiswasserkühlung der Apparate selbst erforderlich ist, so
besteht die Inbetriebsetzung der Batterie nur in einer
Anstellung des Luftstromes und der Einschaltung des elektrischen
Stromes; der Apparat arbeitet dann stundenlang, ohne
daß die Temperatur des Ozongemisches beim Verlassen
des Apparates um mehr als höchstens 20° C. gegen
die Außentemperatur gestiegen ist und ohne daß irgend eine
besondere Beaufsichtigung erforderlich wäre.
Da in dem Elworthyschen Verfahren der Ozonerzeugung
durch hohe Ausbeute, Einfachheit der Apparatur und Sicherheit
des Betriebes die Möglichkeit geboten ist, unter weit
günstigeren Bedingungen als seither Ozon technisch
herzustellen, so dürfte es keinem Zweifel unterliegen,
daß dieses auf jenen Gebieten, in denen es bereits
praktische Anwendung gefunden hat, in ausgiebigerer Weise
benutzt werden wird, anderseits aber, daß sich wichtige neue
Zweige der Technik der Ozonverwertung eröffnen werden,
welche wegen der umständlichen und verhältnismäßig teuren
Gewinnung desselben diesem chemisch so kräftig wirksamen
Agens seither verschlossen waren.“
Vereinsnachrichten.
Baugewerke-Verein Stuttgart. Bei den in der Jahreshauptversammlung
am 11. Februar d. J. stattgehabten Neuwahlen
wurde je in besonderem Wahlgang sowohl der
seitherige Vorstand G. Busch als die sämtlichen Mitglieder
des Ausschusses durch Akklamation gewählt. Die Vereinsleitung
besteht nun aus dem Vorstand G. Busch und den
Ausschußmitgliedern P. Barth, F. Dienstbach, E. Haller,
A. Hangleiter, G. Rath, K- Stöckle, G. Widmann, K- Würth.
Württ. Baubeamten-Verein. Dem Verein ist beigetreten;
Jos. Mayer, Stadtbaumeister in Waldsee.
Personalien.
Eine Bauamtswerkmeisterstelle im Finanzdepartement wurde dem
Werkmeister Rau in Reutlingen übertragen.
Hiezu eine Doppelbeilage:
Konstruktionsdetails zur Straßenbrücke bei Reutlingen.
Verantwortlicher Redakteur: Adolf Fausel — Technische Leitung durch den
Preßausschuß: Vorsitzender Regierungsbaumeister Alfred Woltz in Stuttgart.
Druck der Deutschen Verlags-Anstalt in Stuttgart.