Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 39, 1883)

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Was nun das Vorkommen von Kreuzottern in anderen als 
den genannten Gegenden unseres Landes betrifft, so habe ich 
darüber nur Folgendes gehört oder gelesen: 
In der Oberamtsbeschreibung von Heilbronn (1865) be- 
richtet unser verstorbenes Mitglied Titot S. 40: „im Heilbronner 
Stadtwald zwischen dem Schweinsberg und den Weinbergen, wo 
trockener Sandsteinboden ist, trifft man die giftige Kreuzotter 
(Pelias Berus) braungelb mit dunkeln Zeichnungen (nie die 
schwarze Varietät) an. Im Sommer 1850 wurde eine sogar an 
der Knabenschule erlegt, die wahrscheinlich mit Holz dorthin 
geführt worden war.“ 
In der OA.,-Beschreibung von Gerabronn (1847) wird 
angegeben, die Kupferviper (Vipera chersea) komme in den 
waldigen Schluchten der Jaxt und Brettach, doch selten, vor. 
Nach der OA.-Beschreibung von Oehringen (1865) findet 
sich dort ausser der Ringelnatter und Blindschleiche auch „die 
gemeine Viper“. Ebenso im OA, Weinsberg (s. d. OA.-Beschr.), 
Auch in der Gegend von Schorndorf soll sie vorkommen. — 
Man wird wohl nicht annehmen dürfen, dass bei diesen Unterländer 
Kreuzottern stets eine Verwechslung mit‘ Cöronella laevis statt- 
gefunden habe*, Ein Exemplar aus dem Unterland findet sich 
meines Wissens in den vaterländischen Sammlungen nicht. Aber 
Lenz sagt in seiner klassischen „Schlangenkunde, Gotha 1832“, 
S. 167, in Deutschland scheine die Kreuzotter fast allenthalben 
vorzukommen. Sie wohne an vielen Orten, wo man sie gar nicht 
ahne, und er selbst habe sie oft in ziemlicher Menge da ge- 
funden, wo sie nach Aussage der Einwohner nicht zu finden 
gewesen sein sollte. Dies seien dann solche Orte, welche selten 
von Menschen betreten werden, junge Baumschläge, Haiden u. s. w. 
An Orten, wo die Kreuzottern häufig seien, finde sie fast Jeder- 
mann. 
—  * Freilich kommen solche Verwechslungen vor. Erst im Jahr 1881 
‘ist aus dem OA. Mergentheim eine glatte Natter für eine Kreuzotter 
eingeschickt worden. Nach meinen Erfahrungen und Erkundigungen 
kommt die Kreuzotter im Unterland nicht vor und Vipera chersea 
Latr. ist in ganz Württemberg noch nicht beobachtet worden. 
Krauss. 
“RA
	        

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