Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 41, 1885)

Uber Bach- und Seeforellen. 
Von Prof. Dr. Klunzinger. 
Noch schwieriger als die Felchenarten (Coregonus) sind die 
Lachs- und Forellenarten zu unterscheiden. Es herrscht darüber 
nicht nur unter den Laien, sondern auch unter den Fischern und 
Fischkundigen grosse Verwirrung und Uneinigkeit. Das Publikum 
heisst eben gemeiniglich grosse Forellen, sobald sie über 8—10 Pfund 
schwer sind und keine roten Tupfen haben, Lachsforellen, mögen 
sie nun aus Flüssen oder Binnenseen kommen. 
Die Zoologen trennen auf Grund der Bezahnung des Pflug- 
scharbeins (vomer) die lachsartigen Fische mit kurzem, in jedem 
Alter zahnlosem Vomerstiel als Gattung Salmo i. e. S. Varn., Sızz. 
=— Gruppe Salvelini Grmr., wozu der Saibling und der Rotfisch 
oder Huchen gehören, von den Formen mit langem Vomer, dessen 
Stiel wenigstens im jüngeren Alter mit Zähnen besetzt ist: Gattung 
Trutta Nıns., Sızz. = Gruppe Salmones i. e. S. Graue. Von den 
letzteren kann der eigentliche Lachs (Trutta salar L.) wieder ziem- 
lich leicht unterschieden werden durch Fehlen der Bezahnung an 
der (5eckigen) vordern Vomerplatte, während der Vomerstiel mit 
schwachen, sehr früh abfälligen Zähnchen besetzt ist, so dass also 
die gewöhnlichen älteren Lachse einen ganz zahnlosen Vomer haben. 
Von den Trutta-Arten mit bezahntem Vomer würde nach Sız- 
B0oLD* und Benzcrz” die Meerforelle Trutta trutta I. nur am 
frühen Ausfallen der in der Jugend einreihigen Zähne des Vomer- 
stiels zu erkennen sein, während die Vomerplatte am Hinterrand 
bleibend eine Querreihe von 3—4 starken Zähnen, wie die übrigen 
Trutta-Arten, tragen soll. Günrner? dagegen beschreibt die Vomer- 
ı Siebold, die Süsswasserfische von Mitteleuropa, 1878. 
? R. Benecke, Fische, Fischerei und Fischzucht in Ost- und Westpreussen, 
1881, p. 161 Fig. 115. 
3 Günther, catalogue of fishes, VI. p. 24, 1866.
	        

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