Volltext: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 43, 1887)

Botanische Funde und Fundorte *. 
Von J. Scheuerle in Frittlingen. 
I. Die Färberscharte (Serratula tinctoria L.) und ihre 
Varietäten. 
Die Färberscharte, Serratula tinctoria L., findet sich in 
Württemberg nicht so häufig, als gewöhnlich angenommen wird; wo 
sie aber einmal auftritt. da breitet sie sich massenhaft aus. Ich 
fand sie zwischen Friedrichshafen und Langenargen und auf hiesiger 
Markung (zwischen Spaichingen und Rottweil). Allerdings wird sie 
oft für Cirsium arvense Scor. (Serratula arvensis L.) gehalten und 
daher häufig übersehen. Als ich im August 1885 mit einem ge- 
wiegten badischen Botaniker das Pfohrener Ried bei Donaueschingen 
durchsuchte, um die Salix livida Wurse. (S. depressa Frızs) und 
ihre Bastarde mit S. nigricans, S. repens, S. cinerea und S. aurita 
kennen zu lernen und zu sammeln, äusserte ich mein Erstaunen über 
das massenhafte Vorkommen der Serratula tinctoria in diesem Riede. 
Mein botanischer Kollege gestand mir, dass er die Pflanze an diesem 
Orte schon oft gesehen, aber jedesmal für S. arvensis L. gehalten 
habe. Letztere ist behaart (die Blütenstiele sogar spinnwebig-wollig), 
die Färberscharte aber kahl; bei jener sind die Stacheln am Blatt- 
rande ungleich-gross, bei dieser dagegen gleichmässig, den Zähnen 
einer kleinen, scharfen Säge ähnlich. Auffallend kommt es mir vor, 
dass ich in der Schweizer Zentralalpenregion, wo ich mich zwei Jahre 
aufhielt und botanisierte , die Färberscharte nie finden konnte. Sie 
scheint eine Pflanze der Ebene zu sein und kommt an der Stelle 
von ausgehauenen Gehölzen gerne zum Vorschein. Auf hiesiger 
Markung nimmt sie beim sog. Eichwäldchen (auf Lias ß) einen Ver- 
breitungsbezirk von zehn Hektar ein. Daselbst beobachte ich sie 
nun seit 17 Jahren und habe folgende Varietäten gefunden: 
* Von sämtlichen angeführten Pflanzen werden Beleg-Exemplare behufs 
Einverleibung ins Vereinsherbar zur Verfügung gestellt; ebenso auch auf Wunsch 
an Tauschfreunde Exemplare frisch oder getrocknet versendet.
	        

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