Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 43, 1887)

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erleiden würden. Der Scheitel der Hyperbel käme etwa auf 11% 
— 0,8 Min., und man erhielte, wenn a und b die beiden Halbaxen 
sind S =1,19 und a (Zentrum — Epizentrum) — 4.4 Minuten. Re- 
duziert man auf die gleichseitige Hyperbel C=1, angedeutet durch 
die L] bezeichneten Punkte), so erhielte man für die Strecke Zentrum 
— Epizentrum, d. h. die Tiefe des Erdbebenherds die Zahl 47 km, d. h. 
einen ganz zweifellos viel zu grossen Wert; die mittlere Geschwindig- 
keit des Fortschreitens der Erdbebenwelle ergäbe sich gleich 180 m. 
Die vorstehende Rechnung ist nur mitgeteilt, um an der 
letzten Zahl zu zeigen, dass man trotz der Unkenntnis der Lage des 
Hyperbelscheitels einen plausiblen Wert für die mittlere Fortpflanzungs- 
geschwindigkeit angeben kann, indem eben der einigermassen zu 
verfolgende Teil des Hyperbelastes ohne merklichen Fehler als Ge- 
rade betrachtet werden darf, durch deren Neigung die mittlere 
Fortpflanzungsgeschwindigkeit sich unmittelbar ergibt. Nimmt man 
nämlich als anderes Extrem die Strecke zwischen Zentrum und Epi- 
zentrum — 0, d. h. also den Stoss als von einem Punkte der Erd- 
oberfläche ausgehend an, so erhält man bei der Zeit Kempten-Geis- 
lingen — 7} Minuten eine mittlere Fortpflanzungsgeschwindigkeit der 
Bebenwelle von Sl m. Auch der Schnittpunkt der Hyperbelasym- 
ptote mit der Erdbebenaxe, d. h. die Zeit des Stosses ist ziemlich 
gut bestimmt; die letztere wird sich von 10"56 Stg. Zeit nicht 
wesentlich entfernen, wofern nur die Annahme von Imst als Punkt 
des epizentralen Gebiets einigermassen richtig ist. 
Über die Elemente der Erschütterung lässt sich also etwa so 
viel angeben: Zeit des Ausgangs des Stosses vom Erdbebenherd 
unter Imst 1886, Novbr. 28., 10".56 abends; mittlere Geschwindig- 
keit der Fortpflanzung der Bebenwelle auf der Linie Imst—Kempten— 
Memmingen—Laupheim—Geislingen sehr gering, nämlich 200 bis 
250 m; Tiefe des Stosspunktes unter Imst unbekannt, wahrschein- 
lich nicht gross. 
Zum Versuch einer Anwendung des v. LAsauLx’schen Verfahrens 
zur Ermittelung der Bebenelemente reichen die wenigen Beobachtun- 
gen des Schallphänomens (S. 436) entfernt nicht aus. 
Für künftige Beben wird hoffentlich eine grössere Schärfe der 
Zeitbestimmungen die Ableitung brauchbarer Resultate gestatten; 
zu hoffen ist aber auch, dass dabei nie die Anwendung der MALLET’- 
schen Methode in grösserem Umfang möglich werde. 
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