Il. Abhandlungen.
Die Gattung Ceratodus.
Von Dr. Hermann Böklen in Ludwigsburg.
Im dritten Bande der „Recherches sur les Poissons fossiles“ stellte
Lovıs AcGassız dieses Geschlecht nach den Zähnen auf, weil die
schwarze Krone derselben sich in hornförmigen Falten erhebt. Der
Struktur nach wollte er sie zuerst mit den Psammodonten vereinigen,
jenen Pflasterzähnen ohne Schmelzschicht, deren Medullarröhrchen
senkrecht von der Wurzel bis zur Krone den Zahn durchlaufen und
an der Oberfläche punktartige Vertiefungen bilden, welche den Anblick
eines „sable uniforme“ darbieten. Den Verlauf der Medullarröhren
kann man an einem abgebrochenen Stück mit blossem Auge verfolgen
und erst mikroskopische Untersuchung zeigt den Unterschied
zwischen Psammodus- und Ceratodus-Zahn in der Verschiedenheit
der äusserst feinen Kanäle, welche in den Medullarröhren ihren Ausgangspunkt
haben; AGassız trennte die Gattung Ceratodus übrigens
deshalb von Psammodus ab, weil die äussere Form der Zähne es
unmöglich erscheinen liess, dass sie in mehreren Reihen gruppiert
sein könnten wie diejenigen von Psammodus. Vielmehr glaubte er,
dass in jeder Seite der beiden Kiefer nur ein Zahn dieser Art gesteckt
haben könne, so dass sie in der Medianlinie zusammenstossen
würden, „probablement par le bord droit“.
Es ist merkwürdig, wie sich Acassız die Lage dieser Zähne im
Maule des Fisches dachte. Da jede Zahnplatte nach seiner Ansicht
einen geraden Rand hatte, so machte er diesen zum innern Rand,
und die schmalste Stelle stellte er nach vorn, dadurch wurde die
stärkste Zacke die hinterste und alle Zacken zeigten nach vom hin.
Offenbar hat er die Zähne so gestellt, weil er num leicht einen fisch-