Volltext : Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 43, 1887)

Das Capricornenlager des unteren Lias Beta.
Von Dr. Heinrich Schlichter.
Über diesen Gegenstand habe ich bereits in den „Württ. Jahresheften
 1885“ pag. 78 ff. meine Untersuchungen veröffentlicht und
daselbst pag. 82 die Vermutung QuEnstEpT’'s angeführt, dass der in
England vorkommende Marston stone die dem schwäbischen Caprıcornenlager
 entsprechende Schicht bilde. Diese Annahme hat sich
als richtig erwiesen, indem ich bei einem neulichen kurzen Aufenthalt
 in England durch sorgfältige Vergleichung der zahlreichen im
British Museum of Natural History aufbewahrten Handstücke und
Petrefakten des Marston stone dessen Identität mit den schwäbischen
Vorkommnissen konstatierte. Es ergab sich nämlich, dass alle von
mir (l. c. pag. 92 ff.) aufgeführten Varietäten des Ammonites capricornus
 (von dem der Marston stone förmlich wimmelt) sich in England
 in ganz der gleichen Weise finden, wie in Württemberg. So
ist namentlich die schmälere Rhombenentwickelung, auf die ich in
meiner früheren Arbeit (pag. 92) hingewiesen habe, in gleicher Weise
für die englischen Erfunde charakteristisch. Die gedrängtere Stellung
der Rippen, wie die Neigung zur Stachelbildung bei vielen Capricornen
 ist den Exemplaren beider Länder gemeinsam. Die Varietät,
die ich auf pag. 92 als Amm. capricostatus bezeichnet habe, findet
sich ganz ebenso in England wieder. Auch unser Amm. zipkus
kommt daselbst vor; indem er sich jedoch mehr dem Amm. Dudressieri
 nähert, bestätigt er vollständig das von mir (l. c. pag. 95) über
die verschiedenen Altersstadien des Amm. capricornus Gesagte.
Die Lobenlinie dieser englischen Ammoniten stimmt genau mit
derjenigen des schwäbischen capricornus (vergl. 1. c. pag. 91); in erster
Linie ist die Thatsache wichtig, dass hier wie dort bei kleineren
Exemplaren der Seitenlobus vom Rückenlobus an Grösse übertroffen
wird.
            
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