Volltext : Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 44, 1888)

Die Blattfiechten der Zwiefalter Gegend.
Von Dr. J. L. A. Koch, Direktor der Staatsirrenanstalt Zwiefalten.
Soviel mir bekannt ist, gibt es bis daher weder eine umfassende
Flora der württembergischen Flechten, noch auch nur Zusammenstellungen
 einzelner Abteilungen oder Gruppen der Flechten, sei es
unseres ganzen Landes, sei es einzelner Gebiete desselben. Deshalb
mag es vielleicht nicht unwillkommen sein, wenn in nachstehendem
der Anfang mit einer solchen Zusammenstellung gemacht wird.
Ich beschränke mich auf die Blattflechten und auf die Blattflechten
 der Zwiefalter Gegend, welche ich genügend durchmustert
zu haben glaube, würde es aber mit Dank begrüssen, wenn mich
zahlreiche Mitteilungen und Zusendungen aus den anderen Landesteilen
 in den Stand setzen sollten, diese Zusammenstellung zu einer
zuverlässigen Flora der Blattflechten Württembergs zu erweitern.
Vielleicht stellen dann andere auch noch die Strauchflechten und
die Krustenflechten und sodann die Gallertflechten und Fadenflechten
unseres Landes zusammen und erwächst so allmählich — etwa unter
der Redaktion unseres bewährten Altmeisters KEMMLER — eine Gesamtflechtenflora
 Württembergs, der dann Floren der übrigen Lagerpflanzen,
 der Armleuchtergewächse und der Moose nachfolgen mögen,
womit der Anschluss an die mustergültige von MARTENS-KEMMLER’sche
Flora erreicht wäre.
Die Blattflechten haben ein blattartig konfiguriertes und horizontal
 ausgebreitetes Lager, wenn auch oft mit aufsteigenden Lappen,
sind durch Haftfasern oder eine Haftscheibe (Nabel) befestigt, mehrschichtig,
 quellen angefeuchtet nicht gallertartig und haben kein
Vorlager.
Übrigens teilen sie einzelne der gedachten Eigenschaften mit
anderen Flechten und sind sie, wie dies in der Natur der Sache
Se
            
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