Il. Abhandlungen,
Beiträge zur Kenntnis des Baues der einheimischen
Planorbiden.
Von Dr. O. Buchner.
Mit Taf. IV—VI.
Einleitung.
Bekannt ist, dass die pulmonaten Gastropoden schon in den
ältesten Zeiten der Naturforschung reichliches Material zur Untersuchung
dargeboten hatten. Durch ihr Landleben — auf dem Lande
lebt ja der weitaus grösste Teil der Lungenschnecken — waren sie
natürlich dem Menschen leicht zugänglich und so finden wir schon
von ARISTOTELES Teile des Leibes dieser Tiere beschrieben und auch
hinsichtlich der Biologie hatten schon die ältesten Forscher einige
Kenntnis.
Ein wirklicher Fortschritt in der Erkenntnis der Organisationsverhältnisse
der Pulmonaten ist bis in das 17. Jahrhundert eigentlich
nicht zu verzeichnen. Sie blieb im grossen und ganzen immer
noch auf der Stufe, auf welcher sie zu Zeiten des berühmten Stagiriten
gestanden hatte, bis endlich im Jahre 1682 die Arbeiten
Jo. Jac. HArDer’s, welche er gemeinsam mit Pever! anstellte, einen
ganz wesentlichen Schritt vorwärts machten. Diese beiden Forscher
erkannten vor allem den Hermaphroditismus der Pulmonaten, worauf
dann Martin Lister? eine genaue Beschreibung der Anatomie von
* Paeonis et Pythagorae (Peyer und Harder) exercitationes anatomicae
et medicae familiares bis. L. Basilae 1682. 8.
* M. Lister, Exercitatio anatomica, in qua de Cochleis maxime terrestribus
et Limacibus agitur. Londini 1694. 8. 7 Taf.