Erdbeben-Kommission.
Uebersicht und Besprechung der in Württemberg und
Hohenzollern in der Zeit vom 1. März 1889 bis zum
1. März 1891 wahrgenommenen Erderschütterungen,
Von Prof. Dr. A. Schmidt in Stuttgart.
Mit Tafel VIH.
1889.
il. März. In Sachsenhausen bei Giengen a. Br. wurde
am Montag 11. März, abends 49 Uhr, ein Erdstoss verspürt. Auf
einen dumpfen Schlag folgte ein länger anhaltendes, von W. nach
O0. fortschreitendes Rollen. Der Erdstoss brachte auf der Bühne des
Schulhauses eine Holzbeige zum Einsturz. Das unterirdische Rollen
unterschied sich ganz deutlich von dem Brausen des zu gleicher Zeit
herrschenden Schneesturms. — Schwäbische Kronik 1889, 21. März,
No. 69. S. 514.
1890.
{ Juni. In der Umgegend von Hechingen wurde heute Nachmittag
5 Uhr ein ziemlich heftiger Erdstoss wahrgenommen. -— Neues
Tagblatt 1890, 4. Juni, No. 127, S. 9.
6./7. Okt. Hechingen, 7. Okt. In verflossener Nacht wurde
hier ein Erdbeben verspürt. — Schwäbische Kronik 1890, 8. Okt,,
No. 238, Mittagsbl., S. 1952.
Von der hohenzollernschen Grenze, 7. Okt. Letzte Nacht
112 Uhr wurde in Gauselfingen ein starkes Erdbeben bemerkt,
und zwar derart, dass viele Bürger vom Schlaf geweckt und teilweise
Uhren von der Wand herabgeworfen wurden, Kästchen umfielen,
Flaschen umstürzten u. s. w., was den Leuten etwas Auffallendes
war und ängstliche Gemüter mit Schrecken erfüllte,