Nekrolog
des Professors Albert Steudel von Ravensburg.
Von K. Miller.
Von den sieben Herren, welche am 9. Dez. 1872 in Schussenried
erstmals zusammenkamen und deren Zusammenkunft die Gründung
des oberschwäbischen Zweigvereins folgte, ist nunmehr der vierte zu
Grabe gegangen. Nachdem der biedere SEYERLEN schon im Jahre 1881,
und unsere beiden Senioren, Ducke und VaLET, deren verdienstliche
Forschungen in Oberschwaben grösstenteils noch einer vergangenen
Generation angehörten, hochbetagt im Jahre 1889 nacheinander gestorben
sind, folgte ihnen nun auch am 28. Nov. 1890 STEUDEL,
welcher seit zwei Jahren als Pensionär in Friedrichshafen gelebt
hatte.
ALBERT StEvDEL hatte das Schwabenalter bereits überschritten,
als er anno 1865 zum erstenmale im Kreise der Naturforscher auftrat.
In doppelter Hinsicht hat er fortan sich unzweifelhafte Verdienste
um die Wissenschaft erworben, nämlich einerseits durch seine
Arbeiten über die Glacialbildungen Oberschwabens, anderseits durch
seine Gebirgspanoramen.
Anlässlich der Versammlung süddeutscher Forstmänner in Ravensburg
im Juli 1865 brachten Ducke und SteupEL ihre Sammlungen
oberschwäbischer Geschiebe zur Ausstellung. Der bescheidene Duck
war in seinen gründlichen Forschungen um mehr als 20 Jahre voraus;
schon anno 1847 hatte Escher dessen Erratica bestimmt und deren
Heimat nachgewiesen. Auch BrucgMmanN hatte in Isny schon anno
1851 eine hübsche Sammlung von Geschieben hergestellt. Was
jedoch Duck nicht gelungen war, nämlich in weiteren Kreisen An-