Kleinere Mitteilungen,
Riesenammoniten.
Von Dr. Oscar Fraas.
In dem Gesamtregister zu QuEnsTtEDT’s Ammoniten finden sich
die „Riesen“ des schwäbischen Jura (p. 1140) zusammengestellt.
Wir entnehmen daraus, dass gleich der erste und älteste Ammonit
des schwäbischen Jura (A. psüonotus) ein Riese wird (Taf. 3. 1).
Freilich ist der Beweis, dass das abgebildete Windungsstück zu
psilonotus gehöre, lediglich nur dem Lager entnommen. Das Stück
selbst kann aber eben so gut zu A. angulatus gehören, zu welchem der
grösste schwäbische Ammonit gezählt wird; derselbe hat volle zwei
Pariser Fuss oder 650 cm. Noch grösser werden die Bucklandi,
von welcher Art das Rommelsbacher Exemplar 0,80 m misst. Damit
sind die grössten Masse von QuenstEDT’'s Ammoniten genannt. Höchstens
könnte man etwa noch die flach zusammengedrückten Wohnkammern
von A. heterophyllus im Posidonienschiefer herbeiziehen,
der wegen des Kontrastes zum naheliegenden kleinsten Jura-Ammoniten,
dem A. ceratophagus QuENSTEDT p. 373, genannt werden mag;
dieser misst etwa 1mm, ist von Nadelkopfgrösse, jener ist 2800 mal
grösser. Einen Ammoniten, der 1 m Durchmesser hätte, kennen
wir im ganzen schwäbischen Jura nicht. Um so grösser war
mein Erstaunen, als ich verflossenen Herbst auf dem anthropologischen
Kongress in der Westfalenstadt Münster im dortigen botanischen
Garten wirklich den „ungewöhnlich grossen“ A. Coesfeldiensis
SCHLÜTER zu sehen bekam. Wohl hatte ich einst die Riesenquader
von Edfu und Sakkära mir angesehen und gemessen, war auch
staunend vor den Zegov zQ9i4L40v in Baalbek gestanden, den grössten
bekannten Steinen der Erde, aber vielmehr noch als diese Steinriesen
überwältigte mich der Anblick eines Ammoniten, an dem ich
förmlich hinaufschauen musste, ob ich gleich das normale Mass der
schwäbischen Körperlänge, 165.1 cm. etwas überschreite. Der aus-