Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 52, 1896)

A an 
der Palaeontologie Bd. III S. 68 die ober- und unterliassische Art 
zusammen und bildet einen schönen Flossenstachel von Boll als 
Hybodus reticulatus ab. Syrrn WoopwarD ist der erste, der 1889 im 
Catalogue of the fossil Fishes in the British Museum Part I S. 268 
einen oberliassischen Hybodus von Boll (P 5880), von ‚welchem ihm 
Knorpelfetzen des Schädels und ein Flossenstachel vorliegen, als neue 
unbestimmte Art bezeichnet, ohne jedoch näher darauf einzugehen. 
Weiter ist über oberliassische Hybodonten nichts bekannt. 
Da es mir bei dieser Arbeit jedoch viel weniger um Nachweis 
und Aufstellung einer neuen Species, sondern vielmehr um eine Studie 
über das Skelett und die systematische Stellung der Hybodonten zu 
thun ist, so bleibt noch übrig, auch die diesbezügliche Litteratur 
kurz zu besprechen. 
Sowohl Acassız (l. c.) wie QuEenstept (I. c.) haben zwar Spuren 
und Überreste des.Schädels von Hybodus reticulatus abgebildet und 
erwähnt, ohne jedoch eine Deutung zu versuchen, so dass auch noch 
1888 Zırrer. in seinem Handbuch weder genauere Angaben über das 
Skelett noch über die systematische Stellung der Hybodonten geben 
konnte. Zırrer stellt sie daher als die gesonderte Familie der Hybo- 
dontidae zusammen, deren Merkmale lediglich auf Zähne und Flossen- 
stacheln begründet ist und reiht sie als gleichwertig an die Familien 
der Cochliodontidae und Cestraciontidae an, zu welch letzteren auch 
Acrodus und Strophodus gestellt wird. Wesentlich neuen Aufschluss 
über den Skelettbau und die Stellung der Hybodonten und‘ ihren 
Verwandten bekommen wir erst durch Syrmm Woonward, dem das 
herrliche Material des Britischen Museum zur Verfügung stand. 
1888* veröffentlichte er einen prächtigen Schädel und Gebiss von 
H. Delabechei mit wohlerhaltener Chagrinhaut und weist dabei auf 
die Analogien mit Cestracion und Acrodus hin. 1889? erschien der 
Catalogue of the fossil Fishes, worin eine Fülle neuer Beobachtungen 
wiedergegeben ist. In systematischer Beziehung reiht er die Hybo- 
donten in die Gruppe der Cestraciontidae, die sich an die palaeo- 
zoischen Cochliodontidae anschliessen, ein, und weist aus der Gleich- 
mässigkeit des Aufbaues im Skelett die nahen Beziehungen der 
fossilen Gruppen Orodus, Hybodus, Acrodus, Asteracanthus, Palaeo- 
* Smith Woodwaird, A., On a Head of Hybodus Delabechei, associated 
with dorsal Fin-spines, from the Lower Lias of Lyme Regis, Dorsetshire. York- 
shire Philosophical Society’s Report 1888. 
? Smith Woodward, A., Catalogue of the fossil Fishes in the British 
Museum, Part I, Elasmobranchii. 1889, S, 250—278, Taf, VII—XII. 
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