Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 52, 1896)

— VIE - 
allen Eiderenten, die gelegentlich als Irrgäste weit ins Festland 
verschlagen werden und gelegentlich bis zum Bodensee gelangen, 
niemals ein erwachsenes Männchen befand. Jäcren (Die Vögel 
Bayerns) erwähnt dagegen, dass im Herbst 1834 auf einem Weiher 
bei Dürrnfarnbach in der Gegend von Wilhelmsdorf an der Zenn 
in Mittelfranken ein altes Männchen, „ein prachtvolles Exemplar“ 
erlegt worden sei. Fast stets wird angegeben, dass die Vögel 
aufs höchste ermattet waren und sich zum Teil mit den Händen 
greifen liessen. Die Vereinssammlung besitzt bis jetzt 2 Eider- 
enten aus Württemberg: ein junges Männchen aus Heidenheim 
von PLovcaQueT (1. Nov. 1852) und ein anderes aus Eltlingen 
durch HEveLin (November 1838). — Für Oberschwaben scheint 
der Besuch der Eiderente nicht zu den grössten Seltenheiten zu 
gehören, den Jäcken führt mehrere Fälle aus dem bayr. Ober- 
schwaben auf. LANDBECK allerdings in seiner „System. Aufzäh- 
lung der Vögel Württembergs‘‘ bemerkt nur: „sie soll äusserst 
selten in ungewöhnlich kalten Wintern den Bodensee besuchen.“ 
III. Reptilien. 
Durch Kauf: 
Vipera berus Merg., d und Q in coitu gefangen, Auingen OA. Münsingen 
(Fr. Koch in Auingen). 
Das d ist silbergrau mit sehr schön ausgeprägtem, schwarzem 
Zickzackband, das @ schwarz (var. prester). Durch diesen Fang 
wird die Beobachtung bestätigt, dass, wenn auch durchaus nicht 
als Regel, so doch wenigstens häufig, bei den Männchen die hellere, 
bei den Weibchen die dunkle Färbung vorwaltet. 
IV. Fische. 
Perca flwviatilis L., Barsch, Waldsee (Sporer), (Kümmerform, sog. Zwerch- 
barsch); 
Khodeus amarus, Ag., Bitterling, Waldsee (Sporer), 
FKsox Iucius L., var. alba, Hecht, weisse Varietät, Aalkistensee bei 
Maulbronn (Klenk). 
Das ganze Tier erscheint silberglänzend, infolge des fast völligen 
Verschwindens des Pigments. Die Seitenflecken sind völlig weiss; 
ausserdem zeigen die Schuppen der Seiten nur eine äusserst feine 
geringe dunkle Punktierung, ohne dass dadurch der helle Eindruck 
verwischt wird; nur der Rücken ist leicht getönt. 
Coregonus maraena Buı., Madüe-Maräne, Schwanenweiher bei Wein- 
garten (S. Maj. der König). 
Es sind dies die ersten in Württemberg gezüchteten Madüe- 
Maränen; der glückliche vielversprechende Versuch gelang Herrn 
Fabrikant VoGLEr in Ravensburg; das Glas enthält 5 Stück fünf 
Wochen alte Brut und zwei einsömmerige Fische, die in 7 Monaten 
auf 24 cm heranwuchsen.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.