Volltext: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 72, 1916)

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in ihrer ganzen Art der Bohnerzformation der Hochalb und derjenigen 
des Gebietes von Kandern. Demnach müssen sie unter gleichen klima- 
tischen Bedingungen gebildet worden sein. 
Die Bohnerzlehme der Hochalb sind fossile 
Roterden, Reste von Verwitterungsrinden, die zur 
Tertiärzeit an Ort und Stelleunter tropischem 
oder wenigstens subtropischem Klima gebildet 
worden sind. 
Es scheint sich zu empfehlen, den Begriff 
„Roterden“ dem Begriff „Laterit“ an die Seite 
zu stellen, ihn aber unter Festhaltung der geo- 
logischen Grundlage auf solche „Roterden“ zu 
beschränken, die in Kalksteingebieten unter 
tropischem oder subtropischem Klima entstan- 
den sind. 
Die Bildung solcher grobstückigen, kieselsäurereichen, häufig 
schlackigen und gekröseartigen Konkretionen, wie sie die Fluorner 
„Aötite“ darstellen, scheint für die unter tropischem Klima entstan- 
denen Böden, insbesondere auch für die Laterite, kennzeichnend. 
Die Bohnerzbildung zeigt in den entstandenen Konkretionen eine 
ganz überraschende Konzentration von Stoffen, die in den der Auflösung 
verfallenen .Gesteinslagen nur in verhältnismäßig geringer Menge oder 
nur in Spuren nachweisbar waren. (Vanadium, Blei und Zink in den 
Bohnerzen der Hochalb.) 
Trotzdem scheint es nicht ganz unmöglich, die Entstehung dieser 
Bohnerze selbst ohne die Annahme der Zufuhr fremder Stoffe — z. B. 
verwehter Vulkanaschen und dergl. — ebenso wie E. BLANCK und 
K. SCHNARRENBERGER lediglich durch langandauernde Diffusions- und 
Konzentrationsvorgänge (vergl. die Versuche LIESEGANG’s) in tiefen Ver- 
witterungsmassen zu erklären. Diese Vorgänge spielen sich offenbar bei 
der Bodenbildung in den Tropen in einem viel großartigeren Maßstab ab 
als bei der Verwitterung in kälterem Klima. Bei Fluorn war’ die Anreiche- 
rung an Eisen und Kieselsäure durch den im Verhältnis zum Jurakalk 
höheren Gehalt der Schichtgesteine des Muschelkalks an diesen Stoffen 
von vornherein sehr begünstigt. 
Übrigens muß eine gleichartige Anwehung von Mineral- und Ton- 
staub aus den Verwitterungsmassen der nahen Umgebung und dessen
	        
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