Volltext : Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 52, 1896)

in den Besitz des Herzogs EzzEryarD IM. überging und welche nach
StÄLIN allein 367 von Tieren stammende Sachen, 2441 indianische
Schnecken und Muscheln, 10128 Münzen und vieles andere enthielt,
in diesem und dem folgenden Katalog letztere Sachen augenscheinlich
 nicht aufgenommen sind.
Diesem ersten Katalog gegenüber, bei welchem wir gern etwas
länger verweilt sind, bildet das zweite „Inventariuum“ vom Jahre 1670
in seiner Anlage einen entschiedenen Fortschritt; es hat zum Verfasser
 ADAM ULRICH SCHMIDLIN, der 1669 an Betz’ Stelle zum Antiquarius
 ernannt wurde. Eine wesentliche Vermehrung der Sammlungen
 hat, wie es scheint, nicht stattgefunden; wir begegnen so
ziemlich wieder unseren alten Bekannten aus dem ersten Katalog,
aber durch Zusammenfassung des Zusammengehörigen in Gruppen
hat ScHMIDLIN in seinem der Anlage nach noch auf bedeutenden
Zuwachs berechneten Katalog eine übersichtliche Darstellung geschaffen.
 Einige Kapitelüberschriften geben ein Beispiel: „Kostbare
Manufacturen und Geschirr von Gold und Edelsteinen“, „Geschirr
von Elfenbein und Horn“, „Gemeine Stein“, „Allerley Erden“, „Ertz
und Mineralien“, „Von Bäumen, Stauden und Baumrinden“, „Von
Hülsen und anderen Früchten“, „Ganze Mumien und Sceleta von
Menschen und Thieren“, „Aussgebälgte Thier“, „Von Meerthieren“,
„Von Monstris auf Erden“, „Von Monstris im Wasser“, „Von Erden
poussirte Sachen“, „Allerley Manufacturen von Gold“, „Von Bein,
Horn und dergleichen gedreht und geschnitzte Sachen“, „Schildereyen“,
 „Haydnische Opfer-Begräbnussgeschirr und Antiquitäten, so
in Gräbern gefunden worden“, „Optische Spiegel und Spiegelkästen“,
„Mathematische Instrumenten“, „Sigilla Planetarum et alia Cabalistica“.
 Diese Citate bilden nur eine Auslese der Überschriften der
zahlreichen Gruppen, in welche ScHMIDLIN seine vielseitige Sammlung
eingeteilt hatte. Ein Register zu dem sauber geführten Katalog
legte 1692 JomAnn SCHUCKARDT an, der 1690 neben seiner Stellung
als „Professor Matheseos bei hiesigem Gymnasio“ zum Antiquarius
ernannt worden war, nachdem vorher als ScHmmLIn’s Nachfolger DAnızL
Moser eine Zeitlang diese Stelle bekleidet hatte.
Von da ab wurde das Prinzip festgehalten, als Antiquarius,
Aufseher, Konservator oder was für einen Titel der jeweilige Vorstand
 der Sammlung führen mochte, einen Mann zu wählen, den
Bildungsgang und Neigung besonders mit naturwissenschaftlichen
Dingen vertraut erscheinen liessen.
J. SchuckarDT’s, Nachfolger wurde bei seinem 1723 erfolgten

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