Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 52, 1896)

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Der Kampf gegen die in der Luft lebende Fliege, die Schnake 
selbst, muss zunächst mit Bundesgenossen geführt werden, und zwar 
mit Hilfe der insektenfressenden Vögel, welche diese Fliegen als 
willkommene Nahrung haschen: also Schutz den Vögeln, besonders 
den Insektenfressern. Einstellung der neuerdings so beliebten Aus- 
rodung von Gestrüpp und Hecken an Hängen und Rainen, vielmehr 
Neuanlage von Nistplätzen durch Pflanzung stacheliger Sträucher 
an unfruchtbaren Orten. Wegfangen umherstreunender Katzen in 
Fallen (mit Baldrian), Abschiessen der Nestzerstörer, besonders der 
noch viel zu viel geschonten Raben. 
Aber auch das direkte Eingreifen des Menschen ist ermöglicht 
durch den Umstand, dass die befruchteten Schnaken-Weibchen der 
letzten Generation an Decken und Gewölben der Keller und ähn- 
licher Räume überwintern, um im ersten Frühjahr die Fortpflanzung 
fortzusetzen: mit einem Feuerbrand, einem brennenden Strohwisch 
auf langer Stange, einer Petroleumfackel lässt sich an solchen wenig 
feuergefährlichen Orten im Spätherbst oder Winter eine erfolgreiche 
Razzia auf diese blutsaugenden Quälgeister abhalten, welche sich, 
laut verlässiger Mitteilung für das betreffende Haus, durch eine auf- 
fallende Abnahme derselben im kommenden Sommer reichlich lohnt. 
Selbstverständlich versprechen all diese Massregeln nur dann 
nachhaltigen Erfolg, wenn sie gemeinsam, in grösserer Ausdehnung 
und nach bestimmten gleichartigen Gesichtspunkten vorgenommen 
werden; allein mit Zuhilfenahme der allgemeinen Belehrung durch 
die Presse, welche einem solchen gemeinnützigen Unternehmen ge- 
wiss nicht ihren wirksamen Beistand versagen wird, dürfte es nicht 
schwer fallen, mit ıden besprochenen Massregeln. wenigstens für 
einzelne Gegenden einen durchschlagenden Erfolg zu erzielen, denn 
die horizontale Verbreitung der einzelnen geschlechtsreifen Stech- 
mücken müssen wir auf Grund verschiedener Erfahrungen und Be- 
obachtungen doch wohl zweifellos als eine sehr begrenzte, eng um- 
schriebene annehmen. 
Dies ist nun so ziemlich alles, was ich über diese sogenannte 
Schnakenfrage mitzuteilen vermag. Vieles über Vorkommen, Ver- 
breitung, Auftreten, Lebensweise und anderes mehr wäre auf diesem 
Gebiete erst noch beizubringen; dies kann aber nur durch Beiträge 
von allen Seiten, durch eine Art von Sammelforschung erreicht wer- 
den. Da es sich hierbei um eine nicht bloss theoretisch-wissenschaft- 
liche, sondern auch um eine hervorragend praktische Frage handelt, 
so wende ich mich an die Kulturträger auf dem Lande, an die Geist-
	        

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