Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 53, 1897)

Zwei Grenzbänke im schwäbischen Weissen Jura mit 
ihren Leitammoniten (Weiss 6/y und y/d)*. 
Von Pfarrer Dr. Engel in Eislingen, 
Schon QuensteDT hat dann und wann darauf aufmerksam ge- 
macht, dass im Weissen Jura Schwabens nicht bloss gewisse thonige, 
zwischen den Kalkbänken eingeklemmte Schichten, sondern dass 
insbesondere manche sogen. Grenzbänke durch ihren Petrefakten- 
reichtum ausgezeichnet und daher dem Sammler zu empfehlen seien. 
Wir haben dies durch langjährige Übung und Erfahrung bestätigt, 
haben aber auch gleichzeitig durch genaueres Untersuchen dieser 
Schichten, die wir an Dutzenden von Stellen durchklopften, die 
weitere T’hatsache herausgefunden, dass meist auch ganz bestimmte 
Leitmuscheln, namentlich leitende Ammoniten an bestimmte der- 
artige Grenzhorizonte geknüpft sind. Wir möchten in dieser Hin- 
sicht für diesmal zwei solcher Grenzbänke ins Auge fassen und unter 
Vorlegung der betreffenden Petrefakten für dieselben unsere Be- 
hauptung näher begründen: es ist die Grenzschicht Weiss-Jura 8/y 
und y/d. 
1. Die Grenzschichten von W. Jura 8/7. 
Was die Grenze Weiss Jura ß/y betrifft, so haben wir die- 
selbe wie die höhere von W. Jura y/d allerdings seit Jahren haupt- 
sächlich in der mittleren Alb (Kirchheimer, Boller, Geislinger, Gmünder 
Gegend) gründlicher durchforscht, haben dabei aber nur bestätigt 
gefunden, was wir früher aus anderen Gebieten des Jura, insbesondere 
auch aus der Balinger und Tübinger Gegend kennen gelernt hatten, 
so dass also, was wir im folgenden über die wichtigsten dieser Grenz- 
ammoniten sagen werden, mehr oder weniger für den gesamten 
* Vortrag, gehalten bei der Generalversammlung in Stuttgart 1896.
	        

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