Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 53, 1897)

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, Frische Pflanzennahrung ist allen Gehäusemollusken zuträglicher; 
ist diese in geringerer Menge vorhanden und müssen die Tiere mehr 
faulende, abgestorbene Pflanzenteile verzehren, so bleiben die In- 
dividuen der einzelnen Arten der Land- und Wasserschnecken kleiner. 
2. Das erweiterte Gewinde der Land- und Wasserschnecken 
ist: gleichfalls die Folge reichlicherer Nahrungsaufnahme, beziehungs- 
weise des infolge derselben rascheren Wachstums der Umgänge. 
Nehmen diese langsamer zu, so wird das Gewinde enger. Mit der 
Erweiterung. der Umgänge. ist bei den Helix-Arten öfter eine Ver- 
flachung der Gewinde bei kegelförmigen Gehäusen, oder eine Er- 
weiterung des Nabels der genabelten oder das Auftreten eines solchen 
bei verdeckt genabelten Gehäusen die Folge. 
3. Die Färbung des Periostracum ist von der Beschaffen- 
heit der den Tieren zu Gebote stehenden Nahrung abhängig. Frische 
Pflanzennahrung erzeugt lebhafte hellere Farben, während faulende 
Pflanzenstoffe dunklere und. einförmige. Färbung veranlassen. KEnt- 
hält die Nahrung starke Beimischung von leicht löslichem Kalk, 
werden die Gehäusefarben’ heller. 
Farblose Gehäuse, sowie solche mit durchscheinenden Bändern 
werden durch übermässige Aufnahme von Wasser veranlasst, wie es 
in regenreichen Sommern zuweilen an nassen, oft vom Wasser über- 
rieselten Fundorten fast ständig der Fall ist. Auch mangelndes Licht 
scheint die Verblassung der Farben zu veranlassen. 
4. Die Stärke der Schalen wird durch reichliche Aufnahme 
von löslichem Kalk mit der Nahrung bedingt. Die Mehraufnahme 
von Kalk veranlasst die Überbildungen der Schalen durch das 
Auftreten von Kalkwulsten an den Jahresabsätzen, an der Mündung 
und von Zähnen in grösserer Anzahl als gewöhnlich bei Gehäusen 
mit gezähnter Mündung. Fehlt der Kalk in entsprechender Menge, 
bleibt die sonst gezähnte Mündung zahnlos oder die Bezahnung wird 
eine schwächere. Überbildungen finden sich häufig an Fundorten, 
die in den Kalkformationen liegen, doch ist dies nicht immer der Fall, 
weil sich in diesen Formationen auch Stellen finden, welche wenig 
oder keinen leicht löslichen Kalk darbieten, weshalb sich auch recht 
dünnschalige Gehäuse auf Kalkboden finden können (Dolomitfelsen). 
5. Durch Störung des Gleichgewichtes, beziehungsweise dadurch, 
dass die frisch angebaute noch weiche Epidermis nicht rasch ge- 
nug ihre festigende Kalkunterlage erhält, werden an dem Perio- 
stracum Wülste und Längsrippen veranlasst, wenn sich diese 
aufstülpt. Diese Erscheinung ist ebenfalls Folge des Mangels an 
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