Anleitung und Einladung zur Beobachtung der
Halophänomene.
Die Lichtstrahlen der Sonne, des Mondes und heller Sterne
erzeugen durch Brechung bezw. Reflexion in und an den Eiskryställchen,
wenn solche in grösserer Zahl über eine erhebliche Strecke
in bestimmter Lage sich befinden, Bilder mannigfacher Form, die
„Halophänomene‘“. Sehr selten wurden dieselben beobachtet in KEiskryställchen,
die auf dem Erdboden liegen, häufiger aber auch noch
selten in solchen, die in der den Beobachter unmittelbar umgebenden
Atmosphäre schweben, so dass sie z. B. zwischen dem Beobachter
und einem entfernteren Gegenstand sich ausbilden; in der Regel und
zwar gar nicht so selten als man gewöhnlich meint, finden sie sich
in Eiswolken oder -schleiern in verschiedener Höhe der Atmosphäre
oberhalb des Beobachters.
Die häufigste Form ist ein Kreis um das ihn erzeugende Gestirn
als Mittelpunkt vom Radius von ca. 23°, d. h. die Linien Auge/Gestirn
und Auge/Kreis bilden einen Winkel von ca. 22—23°. Der Kreis
zeigt die Regenbogenfarben mit Rot auf der Innenseite beginnend
(im Gegensatz zum Regenbogen, wo das Rot auf der konvexen Seite).
Meist ist nur das Rot auf der Konkav-, nächst häufig auch noch ein
bläulicher Ton auf der Konvexseite wahrzunehmen. Der Kreis hat
ungefähr eine Mondbreite. Die innere, dem Gestirn zugekehrte Seite
ist ausnahmslos schärfer begrenzt; die Fläche zwischen Halo und
Gestirn ist eigentlich lichtleer und fast immer bedeutend dunkler als
die ausserhalb desselben befindliche. Der Halo wie alle Formen
dieses Phänomens ist meist nur in Bruchstücken ausgebildet mit
besonderer Bevorzugung des oberen, d. h. zenithwärts gelagerten
Gebietes. Nächst häufig sind die Nebensonnen, Parhelien, und Nebenmonde,
die in gleicher Höhe mit dem Gestirm und von diesem
ca. 23% entfernt, also ungefähr auf dem ebengeschilderten Kreise