Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 55, 1899)

Erklärung gegen die vorstehenden Bemerkungen 
und Erwiderungen, betr. die Kochendorfer Frage. 
Von W. Branco, 
Zu den vorstehenden Bemerkungen hinsichtlich des Salzlagers 
von Kochendorf möchte auch ich noch einige Erläuterungen geben: 
Man täusche sich nicht über den Wert, welchen hinsichtlich 
der Wasserfrage das Auffinden einiger kleinerer Spalten über Tage 
in einem Grubenfelde bei tiefer Lage des Flötzes besitzt. In den 
überwiegend meisten Fällen wird man hier aus der Beobachtung 
über Tage nicht die mindeste Sicherheit über die Frage erlangen 
können, wie tief diese Spalten hinab setzen, ob sie bis in das tief- 
gelegene Flötz eindringen, ob sie dort geschlossen sind oder Wasser 
führen. Diese Frage wird sich im allgemeinen nur durch den prak- 
tischen Versuch beantworten lassen, d. h. im Flötze selbst. Man 
muss eben in dasselbe hinabsteigen und dort Versuchsstrecken treiben, 
wobei die am Stoss wie .Fühlhörner sich vorwärts tastenden Bohr- 
löcher ein etwa vorhandenes Wasser sofort verraten. Nur ausnahms- 
weise, also bei grossen, mächtigeren Verwerfungen z. B., dürfte sich 
über Tage feststellen lassen, ob eine Spalte 150 m tief hinabsetzt; 
und in dieser Schwierigkeit lag es eben begründet, dass Herr EnDrıss 
in seiner Arbeit den Beweis nicht führen konnte, dass das Salzlager 
von Kochendorf durch Wasser gefährdet sei. 
Lediglich die Prüfung der von Herrn Expzıss für diese Kochen- 
dorfer Frage erbrachten Beweisgründe war der Gegenstand und Zweck 
meiner Arbeit, wie ich das oben auf S. 136, 200 u. 201 (S.-A. S. 6, 
70 u. 71) in gar nicht misszuverstehender Weise ausgesprochen habe. 
Herrn LuzGER ist es nun (Schlusssatz seiner vorstehenden Bemer- 
kungen) gar nicht recht, dass ich mir nur diesen Zweck gesetzt 
und nicht zugleich auch die Unsinnigkeit begangen habe, eine Garan- 
tie zu übernehmen für alle Zukunft des Kochendorfer Salzlagers; 
d. h. für Dinge, welche, wie ich soeben gesagt, sich in der Regel 
erst durch den Versuch unter Tage werden feststellen lassen. Herr 
LUEGER sagt ironisch und mit spitzen Bemerkungen, an meiner Arbeit 
sei das Bemerkenswerteste der Umstand, dass ich diese Garantie 
nicht übernehmen wolle. Habeat sibi! Jeder Billigdenkende wird 
ebenso empfinden.
	        

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