Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 57, 1901)

FA 
Es sind ausschliesslich Berliner Jahrbuch-Sterne be- 
nützt und ihre scheinbaren Positionen sind, wie gleich hier 
bemerkt sein mag, ohne weitere Korrektion (auch für den 
Polarstern) dem Berliner Jahrbuch entnommen. 
Als Instrument zu dieser Messung stand nur ein 8zölliger 
Höhenkreis zu Gebot, der des Brerrmaupt’schen Universals der geo- 
dätischen Sammlung der K. Technischen Hochschule. Das Instru- 
ment ist 1895 angeschafft und im Inventar dieser Sammlung (Lit. C) 
unter A. f. 15 eingetragen; da es in der schon oben citierten un- 
mittelbar bevorstehenden Veröffentlichung über das (erste) „Astro- 
nomische Nivellement durch Württemberg“ genau beschrieben ist, 
so mögen hier folgende Hauptangaben genügen: 
Höhenkreis 20'/2» cm Durchmesser (Horizontalkreis 22 cm) in 
1/,2° direkt geteilt, Teilstriche mit Spitzen zur Einstellung des Mikro- 
skopdoppelfadens versehen; Rohablesung an einem Index; Feinab- 
lesung durch 2 Mikroskope, deren Trommeln mit Strichen von 2“ 
zu 2“ versehen sind, so dass am besten mit Abrundung auf 1“ ab- 
gelesen wird. 
Der Höhenkreis ist auf der Kippaxe verdrehbar angebracht, 
so dass ihm jede beliebige Lage des Teilungsnullpunkts gegeben 
werden kann, in der er dann durch starkes Anziehen einer Mutter 
festzuhalten ist. Diese Einrichtung ist bekanntlich notwendig mit 
Rücksicht auf die Elimination der periodischen Teilungsfehler. 
Die Teilungsfehler des Höhenkreises sind nicht untersucht; es 
darf aber auch hier nicht verschwiegen werden, dass die Spitzen- 
teilung des Kreises zu wünschen übrig lässt. Auch die Schrauben- 
fehler der Mikroskope sind nicht untersucht, übrigens genügend klein, 
um mit den übrigen Messungsfehlern zusammengeworfen zu werden. 
‘Die (hier wenig in Betracht kommende) Axenlibelle hat 3,15“ 
Empfindlichkeit; die Höhenlibelle, von deren Güte die Genauig- 
keit der Zenitdistanzmessung unmittelbar (ebenso unmittelbar wie 
von der Kreisteilung) abhängig ist, hat 2,68” Empfindlichkeit. Diese 
Zahl ist unten zur Reduktion der Ablesungen am Kreis benützt. 
Verhältnismässig sehr grosse Änderungen der Temperatur sind ohne 
nennenswerten Einfluss auf die Empfindlichkeit der Libelle, die über- 
haupt in jeder Beziehung ausgezeichnet genannt werden darf. 
Von den übrigen Einrichtungen an dem Instrument sind hier 
noch folgende zu nennen: Fernrohr excentrisch am einen Ende der 
Kippaxe, Fokus rund 40 cm, Öffnung 40 mm; das durchaus ver- 
wendete Okular giebt rund 40fache Vergrösserung. Der Polarstern
	        

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