Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 57, 1901)

Beiträge zur Kenntnis palaearktischer Myriopoden '. 
XVIIL Aufsatz: Über Diplopoden aus Süddeutschland und Tirol. 
Von Karl W. Verhoeff. 
Hierzu Tafel I—IIT, 
I. Vorbemerkungen. 
Eine Reihe von Jahren habe ich dem Studium der Diplopoden 
und Chilopoden der Alpenländer, Österreich-Ungarns und der Balkan- 
länder meine Hauptaufmerksamkeit zugewandt. Deutschland dagegen 
war mir hinsichtlich dieser beiden Klassen nur in Rheinpreussen ge- 
nauer bekannt geworden und ich war zweifelhaft, ob die übrigen 
Teile meines Vaterlandes noch viel Bemerkenswertes liefern würden. 
Ich sagte mir aber, dass diese Zweifel doch endlich einmal beseitigt 
werden müssten und dass eine eingehendere Erforschung, nament- 
lich Süddeutschlands, eine Notwendigkeit sei, wenn wir einmal ein 
Handbuch der Diplopoden (und Chilopoden) Deutschlands gewinnen 
wollen. Um für ein solches die nötigen Grundlagen zu schaffen, 
habe ich im Herbst 1900 mit der Durchforschung Süddeutschlands 
begonnen, und zwar zunächst Teile von Württemberg, vom bayrisch- 
böhmischen Walde und von Nordböhmen untersucht. Der Erfolg 
übertraf derart meine kühnsten Erwartungen, dass es sich lohnt, die 
Ergebnisse meiner Reise hier zusammenfassend zu behandeln. Was 
z. B. die Ascospermophora betrifft, so glaubte ich, dass wir in 
Deutschland nur 6 Arten hätten, nämlich: 1. Chordeuma silvestre 
C. K., 2. Microchordeuma gallicum Lartz., 3. Orthochordeuma ger- 
manicum VzEra., 4, Craspedosoma Rawlinsti simile VERH., Wozu dann 
1 Der Name „Myriopoden“ hat heute nur noch Kollektivcharakter und 
historischen. Eine natürliche Einheit ist damit nicht mehr bezeichnet. 
Jahreshefte d, Vereins f, vaterl. Naturkunde in Württ, 1901. 7 
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