Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 57, 1901)

innerem Durchmesser, so wie man sie in jedem Wasserleitungsgeschäft 
haben kann. Statt einer langen Röhre nehme ich aber deren zwei 
(oder auch drei, jede von 2 m Länge), und setze sıe durch Ver- 
schraubungen aus Messing zusammen, wodurch die Handhabung 
und Aufbewahrung sehr erleichtert und der Transport ermög- 
licht wird. ı Die, beiden Enden sind durch anschraubbare, farblose 
Plangläser verschliessbar, und darüber mit je einer kleinen, senk- 
recht auf der Hauptröhre angelöteten Ansatzröhre, die mit einem 
Schraubendeckel verschliessbar ist, zum KEin- und Ausfüllen der 
Flüssigkeit versehen. Ich stelle die Röhre immer horizontal, 
da eine vertikale Haltung viel Umstände macht und nicht überall 
durchführbar ist, schaue durch die mit Wasser gefüllte Röhre wie 
durch einen Tunnel gegen das andere Ende, das gegen das 
Fenster bezw. im Freien gegen den Himmel gerichtet ist, aber 
mit Vorhaltung einer Milchglasscheibe oder auch eines weissen Vor- 
hanges zur Erhaltung eines weissen, diffusen, nicht zu grellen 
Lichtes: so wird auch das Licht, das von etwa vorstehenden grünen 
Bäumen kommt, weiss und diffus. Durch künstliche Lichtquellen, 
selbst elektrisches Licht, Auerlicht und die Nernstlampe erhält man 
nie ein gutes, weisses, diffuses Licht, daher eine Demonstration 
dieser Art abends leider nicht möglich ist, wohl aber bei Tag zu 
jeder Zeit, je heller, desto besser. Doch direktes Sonnenlicht, 
durch einen Heliostaten zugeleitet, ergab eine gelbe, greile Be- 
leuchtung, ähnlich der bei Anwendung künstlicher Lichtquellen, 
Obige zwei zusammenschraubbare Röhren kosteten 27 M. (die dritte 
einschaltbare 11 M.), sie fassen 4'/2 ]. Sie eignen sich namentlich 
auch für Schulen, um die Wasserfarbe zu zeigen. Die Durch- 
schnitte innen lassen das Eisen, aus dem die verzinkte Röhre be- 
steht, hervortreten; hier bildet sich leicht‘ Rost; diese, Stellen 
sollten noch verzinkt werden. 
Nach Wırrstein* kann man die Farbe einer langen Wasser- 
säule in natürlichen Gewässern dadurch schön zur Anschauung bringen, 
dass man einen Spiegel unter 45° ins Wasser taucht. Die den 
Spiegel von unten treffenden Lichtstrahlen werden dann als langer, 
unbegrenzter Streifen oder Wasserstrasse (ähnlich den Mondstrahlen 
im Wasser) an der Wasserfläche horizontal projiziert. 
1 Forel, l..c. S. 463, Anm. 2. Die angeführte Stelle von Wittstein 
(Poggend.’s Annalen, Bd. 45, S. 474) kann ich dort nicht finden. Das Ex- 
periment selbst hatte ich noch nicht Gelegenheit zu machen; in einem trüben 
Wasser sieht man nichts. 
323 
921*
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.