Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 57, 1901)

einem Kork verschlossen, oder noch besser, zugeschmolzen werden, 
damit nichts verdunstet, namentlich das Ammoniak. Bei der Unter- 
suchung offener Gewässer ist alles reflektierte Licht abzuhalten, um 
die Oberflächenfarbe durch Spiegelung, die stets nach dem Stand- 
punkt, nach der Beleuchtung und der Bewegung des Wassers wech- 
selt, zu vermeiden. Nur die vertikale Wassersäule betrachtet man, 
am besten in seinem eigenen Schatten oder dem eines ausgespannten 
Schirms, von einer Barke aus oder auch von einer Höhe am Ufer, 
aber in nicht zu schräger Richtung. Je nachdem man nun die Gläs- 
chen gegen das Licht hält oder vom Licht abwendet, wird man 
zwar nicht eine andere Farbe, aber einen anderen Ton erhalten, 
wie auch die: Wassersäule einen anderen Ton erhält, je nach der 
Bewölkung. Garsını rät, die Gläschen auf einen weissen Karton 
anzulegen oder horizontal zur Wasserfläche zu setzen, bis die Farbe 
des Gläschens mit der des Wassers verschwimmt. Ich habe mich 
gewöhnt, die Gläschen gegen das Tageslicht zu halten, zumal bei 
den Röhrenversuchen. Die Beurteilung wird immer etwas subjek- 
tiv sein, verschiedene Menschen werden nicht die ganz gleiche Farbe 
sehen, ja, auch derselbe Mensch wird meistens zwischen zwei 
Nummern der Skala schwanken; er wird wohl auch beeinflusst 
durch andere Farben, die sein Auge eben gesehen, z. B. durch das 
Grün der Bäume. So ist diese Methode keine völlig exakte, aber 
nach meinen und ForeL’s Erfahrungen ist die Differenz eine geringe, 
auch gehört eine gewisse Übung dazu. 
Ergebnisse der Untersuchung mit der Röhre. 
Nach Busen 1. c. ist das durch seine Röhre betrachtete che- 
misch reine Wasser rein blau, nach Serie 1883 ist nur frisch und 
sorgfältig destilliertes Wasser himmelblau, wird aber nach ca. 70 
Stunden grün, wenn auch gleich durchsichtig. Dasselbe fand SorEr 
1884?! und Forgr (l.. c. 1895). 
Jetzt herrscht darüber allgemeine Übereinstimmung: die Eigen- 
farbe des reinen Wassers in grösseren Schichten sei blau, die 
Intensität, der Ton des Blau nimmt zu mit der Dicke (Höhe) der 
Wasserschicht, die Verschiedenheit des Blaus oder der Farbe, ob 
mehr blau oder grün (Nuance), mit der Reinheit des Wassers. Es 
ist aber nicht die chemische Reinheit nach Sprine: denn Lösungen 
von farblosen Stoffen, wie Chlornatrium, Kalkhydrat u. dergl. in 
ı Soret, Arch. soc. phys. Geneve 1884, 
3925
	        

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