Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 57, 1901)

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Am Rothenberg bei Erlaheim (1 cm vom Nordrande des Atlas- 
blattes Balingen, nördlich von „Erl“ in Erlaheim an der hohen- 
zollernschen Grenze) lieferte das Rhät ausser einigen Muschelabdrücken 
(Modiola, Cardium) mehrere Stücke von Asterias lumbricalis, Fin 
Gegenstück zu diesen von Herr Schullehrer SOMMER aufgefundenen 
Exemplaren fand ich auch am Steinenberg in Nürtingen und an der 
Ulrichshöhle bei Hardt OA. Nürtingen. 
An allen anderen Stellen scheint der Sandstein leer zu sein. 
Das Rhät wechselt in seinem Aussehen. Frisch ist es hellgrau 
(Profil II), verwittert zeigt es eine gelbliche Farbe. Bei Profil I be- 
steht das Rhät aus dichtem Sandstein, welcher nach oben etwas 
plattig wird; die Kohlenreste fehlen. Bei Profil II ist die Platten- 
bildung viel deutlicher, nach oben zeigen sich kohlige Schichten mit 
Fucoiden. Auch wird hier das Rhät teilweise etwas kalkig, wie auf 
dem linken Schlichemufer. Bei Profil III sind die Kohlenschichten 
am stärksten entwickelt. Hier schiebt sich noch eine weisse 30 cm 
mächtige Thonschicht zwischen Rhät und Psilonotenbank ein, wie 
bei Trossingen (HoLLAnD) und an der Wutach (ScHALCH). 
An den anderen Stellen fand sich die Psilonotenbank dem Rhät 
direkt aufgelagert. Sie beginnt an manchen Stellen (Balinger Elek- 
trieitätswerk. an der Kauntenmühle bei Ostdorf auf dem rechten 
Eyachufer (Nürtingen, Ulrichshöhle) mit einer mehrere Centimeter 
dicken Schicht. Dieselbe ist teilweise kieselig-kalkig und besteht 
aus Muscheltrümmern, Pentacriniten, Cidaritenstacheln, auch kommt 
Pecten disparilis und Ostrea irregularis vor. Hin und wieder findet 
man auch Fischschuppen in ihr. Da sie an manchen Stellen nach 
oben in den echten Psilonotenkalk übergeht, in der Stärke häufig 
wechselt und stets bröckelig ist, muss sie wohl als eine Folge von 
Auslaugung betrachtet werden. Die Psilonotenbank stellt sich als 
eine blaugraue (vom Volk als „katzengrau“ bezeichnet und dadurch 
von den Arietenkalken unterschieden), spätige, harte Kalkbank dar. 
Dieselbe erweist sich in der Regel zweispältig. Manchmal sind beide 
Bänke durch eine der Anfangsschichte ähnliche Schicht getrennt 
(rechtes Eyachufer, Ostdorf), öfters aber sitzt eine Bank auf der 
anderen auf, manchmal ist auch die Schichtung undeutlich. In der 
unteren Bank wurden an mehreren Stellen Psilonoten gefunden, zum 
Teil aber nur in Bruchstücken und zwar Psülonotus planorbis, subangu- 
lare, Johnstoni, plicatulum. Der erstere fand sich in grösserer Anzahl 
und war dem Rhät unmittelbar aufgelagert. Es scheint, dass die 
Ammoniten das untere Lager einhalten. Auch in Nürtingen unter- 
AAv
	        

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