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WÜRTTEMBERQ1SCHE BAUZEITUNO.
Nr. 2.
Hauptbau untergebracht; sie sind
in ausreichender Zahl hell und
geräumig anzulegen. Werden die
Aborte für die Schülerinnen in
Verbindung mit den einzelnen
Stockwerken gebracht, so ist
jedenfalls für genügend große,
gut zu lüftende Vorräume zu
sorgen. Für die Abortanlagen ist
das Grubensystem mit Entleerung
durch Dampfluftpumpen in Aus
sicht zu nehmen. Für die innere
Einrichtung werden folgende Ge
sichtspunkte aufgestellt: Wenn
nicht für jede Klasse besondere
Kleiderablagen in unmittelbarer
Verbindung mit dem Schulzimmer
angelegt und die Gänge des
Schulhauses zur Unterbringung
der Kleiderablagen benützt wer
den, so müssen die Gänge min
destens 3,50 m breit sein. Ge
meinsame Kleiderablagen für
mehrere Klassen in einem Raum
sind nicht erwünscht. Für die
Ausstattung der Schulzimmer sind
Rettigbänke in Aussicht genom
men. In sämtlichen Schulräumeri
ist das Mobiliar einzuzeichnen.
Die Tiefe der Lehrsäle ist tun
lichst zu beschränken. Für den
Zeichensaal ist die Lage gegen
Norden möglichst anzustreben.
Heizungs- und Lüftungsanlagen
brauchen in den Plänen nicht angegeben zu werden. Einige
baupolizeiliche Bestimmungen ergänzten das Programm,
welchem ein Lageplan in 1:500 und ein Bild der Baustelle
mit ihrer Umgebung beigegeben waren.
Das Ergebnis des Wettbewerbs war ein überraschend
reichhaltiges: 309 Vorentwürfe, von denen einer noch durch
ein Modell verdeutlicht wurde, liefen ein. Es mag nicht
wenig Mühe gemacht haben, die Masse der Pläne in dem
immerhin geräumigen Festsaal der Oberrealschule unter
zubringen. Es war bemerkenswert zu sehen, wie verschieden
artig die Aufgabe angefaßt wurde; es läßt sich kaum eine
Stellung des Gebäudes, eine Lage der Turnhalle, eine Form
des Hofes u. s. w. denken, die nicht vertreten gewesen wäre.
Eine Reihe von Verfassern konnte mit ihren Arbeiten keinen
Erfolg haben, weil sie Schulräume entlang den Einfahrten
der Nachbargrundstücke, welche baulich noch weiter aus-
nutzbar sind, angeordnet hatten.
Aus dem gedruckten „Urteil des Preisgerichts“ entnehmen
wir, daß im ersten Gang 112, im zweiten Gang 142 Vorent
würfe ausgeschieden wurden; von den verbleibenden 54 Ar
beiten (eine Arbeit war wegen des Maßstabs 1:100 durchweg
mit dem Vermerk „außer Wettbewerb“ bezeichnet, da sie zur
Erlangung des Berechtigungsscheins für den einjährig-frei
willigen Heeresdienst dienen' soll) kamen 17 in die engere
und 7 in die engste Wahl; die Kennworte dieser 54 Arbeiten
sind im Urteil einzeln angeführt. Die 7 in die engste Wahl
gelangten Vorentwürfe tragen die Kennworte: Lore, Sulz
Motto: „Susel“.
gries 1 Gut Sjchwäjbisch, Im Rahmen der ,'Mittel,
Suselj, Mariel e und Im rechten Winkel. Durch wieder
holte geheime Abstimmung wurden die Preise mit y Stimmen-
mehrheiUwie folgt zuerkannt: Susel— 1. Preis; Mariele
— 2. Preis; Sulzgries — 3. Preis. Als Verfasser er
gaben sich: 1) Rob. Bischoff, Architekt, Karlsruhe i. B.;
2) Hummel und Förstner, Architekten, Stuttgart ; 3) Ed.
Jüngerich, Reg.-Baumeister, Charlottenburg. Zum Ankauf
empfohlen wurden auf Antrag des Vorsitzenden die zwei
Arbeiten „Im rechten Winkel“ und
„Im Rahmen der Mittel“, ferner auf
Antrag von Prof. Fischer die Arbeit
„Den deutschen Mädchen“.
Von den Einzelgutachten über die
17 in die engere Wahl gelangten Vor
entwürfe seien mit Bezug auf unsere
Abbildungen diejenigen über die 3preis-
gekrönten Arbeiten beigefügt, ebenso
dasjenige über die Arbeit „Im rechten
Winkel“, welche einen beachtenswerten
eigenartigen, klaren Grund
riß mit schönem großem Hof
aufweist und die Architekten
Böklen und Feil in Stutt
gart zu Verfassern hat.
(Schluß folgt.)