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Magma ein, und auf diese Weise können sich peripherische Herde
auch in Gebieten bilden, die auf der Erdoberfläche keinerlei tektonische
Störung zeigen. Wenn die Decke über peripherischen
Herden nun einbricht, in denen sich hochgespanntes glühendes Magma
befindet, so kann dasselbe entweder in neuen tektonischen bezw.
selbst geschaffenen Spaltensystemen ausgequetscht werden und Reihenvulkane
bezw. vulkanische Decken erzeugen, oder es entstehen durch
explosive magmatische Kraft bei genügender Spannung regellose Explosionsröhren,
Vulkanembryonen (Theorie BRANCO-DAuBREE), Gruppenvulkane,
vulkanische Decken, Gänge oder Lakkolithe. Unter solchen
Verhältnissen können tektonische Störungen eine unmittelbare Folge
vulkanischer Vorgänge sein (Theorie Branco-E. Frass), ich möchte
dies indessen für die Ausnahme halten angesichts der Tatsache, daß
die meisten Vulkane auf den Rändern riesiger Einbruchsgebiete liegen.
Im allgemeinen halte ich aus den angeführten Gründen die Vulkane
und ihre Verbreitung für eine Folge tektonischer Vorgänge. Jede
Ansicht über vulkanische Tätigkeit, die sich auf Beobachtung tatsächlicher
Verhältnisse gründet, hat im einzelnen Falle ihre Berechtigung,
bis sie durch eine bessere ersetzt wird, und man braucht
sich nicht einseitig zur Erklärung aller Erscheinungen an eine einzige
Theorie zu klammern und die anderen zu verurteilen.
Betrachtet man von diesen Gesichtspunkten aus die Entstehungsgeschichte
der Erdscholle zwischen Alpen, Schwarzwald und Böhmerwald.
dann ergibt sich folgendes: |
Die vermutlich z. T. karbonischen inneren Granitzüge der Alpen
zeigten postkarbonische Bewegungen, si& „waren zeitweise land- und
zeitweise submarine Barren, welche Gebiete verschieden differenzierter
Sedimentierung zeitweise trennten“, und ihre Bewegungen sollen auf
solche von eruptiven Massen in der Tiefe zurückzuführen sein !,
Ausgeschlossen sind derartige magmatische Nachschübe im Gebiet
von Tiefengesteinen allerdings nicht, ich möchte jedoch zu bedenken
geben, ob sich diese Bewegungen nicht vielleicht auch als erste
Äußerungen des Emporfaltens der jungen Alpen oder als ungleichmäßiges,
sehr schwaches Absinken eines Horstes auffassen lassen
sollten. Gleichzeitig mit diesen Bodenschwankungen im alpinen
Ozean sehen wir an dessen Nordküste den gleichfalls granitischen
vindelizischen Rücken ganz allmählich in die Tiefe sinken. Das
Keupermeer bedeckt schon seinen Nordrand, das Doggermeer trennt
4 Tornaquist, lc. S. 502 —505.