Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 62, 1906)

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störenden Kräfte darstellt, losgeschält von der allgemeinen und normalen 
magnetischen Kraft, muß ich alle, welche der Prüfung der Frage näher 
treten wollen, auf die obige Arbeit und auf die im Jahr 1901 vom 
K. württemb. Statist. Landesamt, in dessen Auftrag die Arbeit gemacht 
wurde, herausgegebene Arbeit HaAussmanx’s, „Die erdmagnetischen Ele- 
mente von Württemberg und Hohenzollern“ verweisen. 
Wir können auf der Karte zweierlei Linien unterscheiden, solche, 
die in ihrem Verlauf eine vorzugsweise von SW. nach NO. zielende 
Richtung zeigen, und solche, welche das nicht tun, sondern mehr rund- 
liche Gebiete umgrenzen. Zu den ersteren gehört der Lauf der Donau 
von Ulm bis über Donauwörth, gehört der den Fluß dem linken Ufer 
‚entlang in wechselndem Abstande begleitende Donauabbruch, eine ge0- 
logische Störungslinie, welche zu der Tektonik des Tafeljura ein 
schwaches Anzeichen der Faltung hinzufügt. Hierzu gehören die lang- 
gestreckten Ovale, Linien gleichen Betrags der störenden Kräfte, sie 
sind bezeichnet mit den Zahlen 50, 100, 150 und verlaufen ähnlich 
den Höhenkurven eines langgestreckten Hügels. Nach dem für die 
magnetischen Kraftmessungen eingeführten Maße beträgt nämlich die 
normale magnetische Richtkraft in unseren Breiten etwa 0.2 großer 
Einheiten oder 20000 kleiner, mit dem Buchstaben y bezeichneter, 
Einheiten, In dem Gebiete der ovalen Kurven zeigt sich also ein berg- 
rückenartiges Anwachsen der störenden Kraft.. Ganz nach Analogie 
eines langgestreckten Bergrückens ist diesem Gebiete auch eine Kamm- 
linie eingezeichnet, die Linie verhältnismäßig größter störender Kraft, 
von der aus gegen links und gegen rechts nicht nur die Beträge ab- 
nehmen, sondern auch die Kraftrichtungen in entgegengesetztem Sinn 
sich ändern. Auf dieser Kammlinie liegt auch ein Gipfel mit der 
Höhe 1748 bei dem Orte Herbrechtingen mit merklich senkrecht ge- 
richteter Kraft, 
Die andere Art von Kurven ohne bevorzugte Richtung sind ein- 
mal die kreisförmige Umrandung des großen Rieskessels, die ebenso 
gestaltete Umrandung des kleinen Steinheimer Beckens, ferner eine An- 
zahl von Gebieten, innerhalb welcher die störenden Kräfte negative 
Werte annehmen, also Gebiete, innerhalb deren zu der ordentlichen An- 
ziehung, welche der Erdmagnetismus auf den Nordpol einer Magnetnadel 
ausübt unter Abstoßung des Südpols, durch die Störung Abstoßungen 
des Nordpols bezw. Anziehungen des Südpols hinzugefügt werden. Diese 
zerstreut liegenden Einsenkungsgebiete zeigen. meist viel geringere Be- 
iräge störender Kraft als die Gebiete positiver Störung. Sichtbar und 
auffallend aber zeigen sowohl die positiven, wie die negativen Gebiete 
ein ganz anderes Verhalten innerhalb des Rieskessels als außerhalb 
desselben. Die Linien gleicher störender Kraft mit der Kammlinie, soweit 
sich eine solche mit mehr oder weniger großer Sicherheit darstellen 
ließ, sind gewunden, die Kammlinie zu einem offenen Kreis, aus welchem 
sich eine Tallinie, wie eine einen Ringwall durchschneidende Talfurche 
herauswindet mit einer Tiefe, welche die Höhe des Ringwalls übertrifft 
and mit einer größten Einsenkung von 1718 fast dem Gipfel bei Her- 
brechtingen gleichkommt.
	        

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