Il. Sitzungsberichte,
1. Hauptversammlung zu Aalen am 29. Juni 1907.
(Den allgemeinen Bericht s. oben S. V.)
Oberreallehrer Beurlen: Über die geologischen Verhältnisse
der Umgebung von Aalen: Eine allgemein durch die Schichten des
schwarzen und braunen Jura zu beobachtende Eigentümlichkeit ist der
große Gehalt des Juragesteins an Quarz. Besonders fällt dies im Gryphitenkalk
nördlich von Wasseralfingen auf. In diesem unteren Lias
zeigen einzelne aufgeschlossene Stellen einen Eisengehalt und deshalb
eine Rotfärbung, die an den braunen Jura erinnert. Als für den Aalener
Lias eigentümliche Petrefakten wurden erwähnt Monotis inaequivalvis im
anteren Lias, Ammonites spinosus im Amaltheenton und zahlreiche Ammoniten
aus dem obersten Lias mit Ammonites Aalensis an der Spitze
(Hammerstadt, Wasseralfingen). Eingehendere Besprechung fanden sodann
die merkwürdigen Goldshöfer Sande und im braunen Jura die bekannte
Schichte des Personatensandsteins mit dem in Wasseralfingen
ausgebeuteten Flöz, Als besondere Erscheinung im mittleren braunen
Jura wurden die Korallen bei Attenhofen erwähnt, ebenso auch der
weiße Jura mit seinem Marmor und Bohnerz berührt. Zur Erläuterung
waren Petrefakten aus sämtlichen Schichten zur Besichtigung aufgelegt.
(Beurlen.)
Mittelschullehrer Geyer: Über die Quellenfauna der württembergischen
Kalkformationen. Den verschiedenen Quelltypen,
wie sie vom Redner im letzten Jahresheft (Jahrg. 1907, S. 390 ff.)
zusammengestellt sind, entsprechen bestimmte Vitrellenformen, und die
3ystematische Gliederung der letzteren wird durch eine entsprechende
geographische Gruppierung gestützt. Dabei ergeben sich Landsmannschaften
und Lokalformen. Der Heuberg, die mittlere (rauhe) Alb, der
Filsgau, der Degenfelder Talkessel, die Aalener-Bopfinger Gegend, der
Brenzgau, der schwäbische Muschelkalk am oberen Neckar und der fränkische
im Hohenloheschen erscheinen mit eigentümlichen Formen- und Formgruppen
— Landsmannschaften; die Aachquelle im südlichen Baden, die
Quellen im Randecker Maar, eine solche bei Dischingen führen Lokalformen.
— Die Verbreitung der Schneckchen erfolgt in drei getrennten
Gebieten: Jura, schwäbischer und fränkischer Muschelkalk. Im Jura
geht sie ohne Unterbrechung vom Heuberg bei Tuttlingen bis zur Egau
and Eger bei Dischingen und Bopfingen: im Südwesten schließt sich