Volltext : Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 64, 1908)

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tiefer  stand;  da  außerdem  wegen  des  unergiebigen  Bohrens
das  Steinsalz  Zeit  hatte,  sich  aufzulösen,  bildeten  sich  Auswaschungen, ­
  welche  dem  Gestänge  erlaubten,  während  des
Bohrens  zu  schleudern,  zu  brechen  und  in  die  Seiten  des
Bohrloches  sich  hineinzulegen,  man  beschloß  daher,  eine  80  M.
lange  und  17  Cenlm.  weite  Röhrentour  einzusetzen,  welche
mit  Leitung  und  Trichter  versehen,  zu  der  Hoffnung  berechtigte, ­
  die  dem  Tiefbohren  entgegengesetzten  Hindernisse  zu  beseitigen; ­
  dies  geschah  vom  1.  bis  9.  Dezember  1875.  Da
geschah  es,  daß  die  26  mm.  starke  Stahldrahtleine  aus  unbekannten ­
  Gründen  (vielleicht  spröder  Draht)  riß  und  etwa
800'  Gestänge  ins  Bohrloch  hinabstürzten,  den  Trichter  seitwärts ­
  durchschlugen  und  so  unglücklich  hinter  die  Röhren
fielen,  daß  die  Röhren  Schaden  litten.  Während  der  Versuche, ­
  diesen  Unglücksfall  zu  beheben,  gingen  die  Betriebsgelder
zu  Ende,  die  Gesellschaft  hatte  den  Muth  verloren  und  die
ganze  Arbeit  wurde  eingestellt.  Trotz  des  großen  Aufwandes
von  Geld  und  Mühe  wurde  die  Frage,  ob  Wasser  unterhalb
Stuttgart  zu  finden  sein  wird,  nicht  entschieden;  die  Hoffnung
ist  noch  dieselbe  wie  vorher,  da  die  Gebirgsgrenze,  welche  das
Wasser  bringen  sollte,  noch  nicht  erreicht  ist.
Neueste  Lohrmetho-en.
Bei  allen  bisherigen  Methoden  mußte  der  Meisel  größtentheils
  im  Bohrschlamm  arbeiten,  der  seine  Wirkung  schwächt
und  schließlich  aufhebt.  Das  Auslöffeln,  das  Ausziehen,  Auseinanderschrauben, ­
  Wiederzusammenschrauben  und  Einlassen
des  Gestängs  verursacht  bei  tiefen  Bohrlöchern  eine  bedeutende
Zeitverschwendung.
Die  dänische  Bohrmethode  hat  statt  der  quadratischen ­
  eisernen  Stangen,  Hohlgestänge  aus  Gasröhren,  welche
auf  den  gleichfalls  hohlen  Meise!  geschraubt  werden,  während
des  Bohrens  wird  von  oben  durch  das  Hohlgestänge  Wasser
eingepumpt,  welches  auf  dem  Grunde  des  Bohrlochs  hervortritt, ­
  den  Bohrschwand  von  der  Sohle  wegspült  und  in  dem
Zwischenraum  zwischen  dem  Gestäng  und  der  Bohrlochwand
nach  oben  mitnimmt,  wo  es  seitlich  abfließt  und  die  Bohrprobe ­
  absetzt.  Der  Meisel  arbeitet  dabei  stets  auf  der  reinen
Sohle  des  Bohrlochs,  weßhalb  das  Gestäng  nur  6"  hoch
gehoben  werden  braucht,  das  Auslöffeln  wird  erspart  und
das  Ausziehen  des  Gestängs  wird  nur  selten  nöthig,  um  den
Meisel  zu  schärfen.  Man  bohrt  auf  diese  Weise  im  gewöhnlichen ­
  Kalkstein  8  bis  12'  in  12  Stunden,  während  das
ältere  Bohren  und  Löffeln,  selbst  bei  Anwendung  von  Dampfkraft ­
  höchstens  2  bis  3'  lieferte,  im  Granit  werden  4  bis  5',
im  Thon  sogar  40  bis  50'  in  12  Stunden  gebohrt,  im  Sand
jedoch  kommt  man  sehr  schwer  vorwärts,  und  das  mehrmalige
Ausfüttern  der  Bohrlöcher  ist  bei  kleinen  Durchmessern  unmöglich. ­

Die  englische  Diamantröhrenbohrung  des
Major  B  eaumout  hat  das  bisherige  Prinzip  des  stoßenden
Bohrens  vollständig  verlassen  und  durch  die  einfach  rotirende
Bewegung  bei  constantem  Druck  ersetzt.  Nach  Mittheilungen
des  Herrn  Bergdirector  Broja  aus  Zabrze  besteht  der  arbeitende ­
  Theil  des  Bohrers  oder  die  Krone  aus  einem  kurzen
Rohrstück  aus  Gußstahl,  an  dessen  unterer  Seite,  sowohl  an
der  innern  als  auch  an  der  äußern  Peripherie,  eine  Anzahl
schwarzer  Diamanten  eingesetzt  sind;  bei  dem  am  häufigsten
angewandten  Bohrlochdurchmeffer  von  2"  beträgt  die  Anzahl
dieser  Diamanten  8,  und  zwar  sind  je  4  an  der  innern  und
je  4  an  der  äußern  Seite  einander  alternirend  gegenübergestellt ­
  und  zwischen  je  2  Diamanten  eine  flache  Rinne  für
den  Durchgang  des  in  den  Bohrer  eingeführten  Wassers  angebracht. ­
  Die  Krone  ist  an  das  Bohrgestänge,  welches  aus
zusammengeschraubten  schmiedeisernen  Röhren  besteht,  festgeschraubt ­
  und  die  Arbeit  erfolgt  nun  in  der  Weise,  daß  der
Bohrer  bei  einer  der  Härte  des  Gesteins  entsprechenden  Belastung ­
  von  400  bis  800  Pfund  mit  200  bis  250  Umläufen
in  der  Minute  in  Umdrehung  gesetzt,  und  durch  das  hohle
Gestänge  gleichzeitig  ein  continuirlicher  Wasserstrahl  in  das

Bohrloch  hinab  geführt  wird,  welcher  bei  seinem  Aufsteigen
zwischen  dem  Gestänge  und  der  Bohrlochwand  den  Bohrschwand
ununterbrochen  entfernt.
Bei  dem  Eindringen  des  Bohrers  in  das  Gestein  bildet
sich  in  der  Mitte  desselben  ein  in  den  Bohrer  eintretender
Kern,  welcher  bei  großer  Länge  abbricht,  in  Folge  der  größeren ­
  Weite  des  Gestängs  zu  Tage  gebracht  wird.  Diese  zur
Probenahme  bestimmten  Kerne  haben  bei  2zolligen  Bohrlöchern ­
  einen  Durchmesser  von  1",  und  bei  6zölligen  Bohrlöchern ­
  einen  Durchmesser  von  4",  und  sie  erreichen  je  nach
der  Festigkeit  des  Gesteins  eine  Länge  von  einigen  Zollen
bis  ca.  2'.
Bezüglich  der  einzelnen  Details  des  Bohrers  und  des
Bohrgestänges  ist  hervorzuheben,  daß  die  2zölligen  schmiedeisernen ­
  Bohrröhren  eine  Wandstärke  von  \ ; 32"  und  eine  Länge
von  6'  besitzen.  Dieselben  sind  am  Kopfe  mit  Schraubengewinde ­
  und  am  Fuße  mit  ca.  3"  laugen  schmiedeisernen
Muffen  versehen,  welche  das  Muttergewinde  enthalten.  Das
Auseinanderschrauben  der  Röhren  bei  dem  Ausholen  des  Gestänges ­
  erfolgt  in  Längen  von  je  54'.
Die  Diamanten  sind  in  die  conisch  ausgebohrten  Oeffnungen
  der  Krone  fest  eingesetzt  und  stark  gefaßt.  Dieselben
sind  schwarz  und  undurchsichtig  (carbonate  diamond)  und
besitzen  die  Größe  von  ca.  Kubikzoll  bei  etwa  */*"  Seitenlänge. ­
  Sie  sind  bisher  nur  aus  Brasilien  bezogen  worden
und  es  stellt  sich  der  Preis  eines  solchen  Diamanten  von  der
vorgenannten  Größe  aus  26  Schilling  und  im  allgemeinen  auf
28  Schilling  per  Karat.  Die  Härte  derselben  ist,  wenn  der
Härtegrad  des  Quarzes  zu  10  und  der  des  Topases  zu  15
angenommen  wird,  20  und  es  genügt  nach  den  bisherigen
Erfahrungen  ein  einziger  Satz  von  Diamanten,  um  im  festen
Sandstein  ca.  1  Meile  weit  zu  bohren,  bevor  dieselben  abgenützt ­
  sind.  Die  Abnützung  besteht  nach  langem  Gebrauch
in  dem  Absplittern  von  kleinen  Theilchen.
Die  bei  dieser  Bohrmethode  in  jüngster  Zeit  in  Aussicht
genommenen  Modificationen  bestehen  darin,  daß  bei  einer  in
der  Nähe  von  Darlington  im  Betrieb  befindlichen  Tiefbohrung
j  des  geringeren  Preises  wegen  an  Stelle  der  Diamanten  unreine ­
  Sorten  von  Saphiren  verwendet  werden  sollen;  Resultate ­
  über  die  Haltbarkeit  derselben  liegen  indessen  noch
nicht  vor.
Bei  einer  seitens  der  Diamond  Rock-Boring  Company
in  Hamm  unternommenen  Bohrung  ist,  um  das  Zerbohren
der  Kerne  zu  bewirken,  die  Krone  des  Bohrers  mit  3  nach
innen  kegelförmig  einspringenden  Querstegen  versehen  worden,
welche  gleichfalls  mit  Diamanten  besetzt  sind.  Es  soll  hiedurch
i  nach  Angabe  des  leitenden  Bohringenieurs  außer  der  größeren
Beschleunigung  der  Arbeit,  auch  die  bessere  Führung  des  Bohrers
in  genau  senkrechter  Richtung  erzielt  werden.  Bei  Erreichung
von  Kohlenflötzen  muß  selbstredend  auch  hier  behufs  Probenahme ­
  und  Erzielung  von  Kernen  die  vorgedachte  Krone  durch
eine  andere  ohne  Querstege  ausgetauscht  werden.
Den  bisherigen  Erfahrungen  zu  Folge  beträgt  die  Schnelligkeit, ­
  mit  welcher  ein  2zölliger  Diamantbohrer  in  das  Gestein ­
  eindringt,  bei  Granit  2  bis  3",  bei  Quarz  1"  und  bei
Sandstein  4"  per  Minute,  und  Referent  hatte  in  der  Süd-Kensington-Ausstellung
  in  London  Gelegenheit  zu  sehen,  wie
ein  9"  starker  Block  festen  feinkörnigen  Sandsteins  mittelst
eines  2zölligen  Diamantbohrers  innerhalb  2  Minuten  durchbohrt ­
  wurde.
Die  bei  einigen  Tiefbohrungen  mittelst  des  Diamantbohrers ­
  erzielten  Resultate  sind  in  Nachstehendem  zusammengestellt. ­

Nach  einem  bei  6  verschiedenen  Diamantbohrmaschinen,
welche-  im  Umkreise  von  Darlington  im  Betrieb  standen,  gezogenen ­
  Durchschnitte  betrug  bei  8  Stunden  Arbeitszeit  per
Tag,  bei  einer  Tiefe  von  200  bis  836'  und  einem  Bohrlochdurchmesser
  von  4  V',  die  durchschnittliche  Leistung  per  Woche
im  lirnsstons  und  rock  sandstons  36',  wobei  alle  größeren
Stillstände  in  Folge  von  Störungen  mit  eingerechnet  sind.
Bei  einer  in  der  Nähe  von  Whitehaven  betriebenen  Tiefboh-
                        
9 rung wurden mittelst des Diamantbohrers im festen Steinkohlengebirge ­ innerhalb 2 Tagen 60' Bohrloch fertig gestellt, und nach den Rapporten der bei Hamm betriebenen Bohrung variirten die täglichen Leistungen zwischen 14 und 47' und betrugen in 3 Wochen 360'. Die in Vorstehendem beschriebenen Bohrmaschinen werden ­ in der Maschinenbauanstalt von Ormerod, Grierson und Comp, zu Manchester und London gebaut, können aber, da das Diamantbohrverfahren in England patentirt ist, nur durch die Diamond Rock-Boring Company in London, welche Inhaber ­ des Patentes ist, bezogen werden. Der Preis einer solchen Maschine nebst Gestänge und allem Zubehör zur Herstellung eines Bohrlochs von 1000' Tiefe beträgt mit Einschluß der Ausfütterungsröhren 1460 J? nämlich die Locomobile 280 „ Bohrmaschine 380 „ Werkzeug (surface tools) 45 „ sonstiges Geräthe (other tools) 26 „ 1000' Stahlgestänge 500 „ 1 Krone mit 8 Diamanten 19 „ Ausfütterungsröhren 210 „ zusammen 1460 jß j Der Preis einer Krone von 5" Durchmesser mit 24 bis 30 Diamanten beträgt 50 J?. Bei Ausführung der Bohrungen ­ seiten der Gesellschaft, was in England der gewöhnlichere ­ Fall ist, kommen bei 2 ^zölligen Bohrlochdurchmessern die nachstehenden Preise zur Anwendung: Für die 1 ten 100' J? — 9 sch. — d. tt tt 2 tt rt — 13 tf 6 rt tf rt 3 „ tt — 18 „ — tt ff ti 4 tt tt l. 2 tt 6 tt tt tt 5 tt tt l. 7 tt — „ rt „ 6 tf tt i. 11 tt 6 tt ff „ 7 rt „ i. 17 tt 6 tt tt 8 tt „ 2. 3 tt 6 tt ft „ 9 tt tt 2. 9 tt 6 tt „ ft 10 rt tt 2. 15 tt 6 tt ff „ 11 tt tt 3. 3 „ — tt ff „ 12 tt „ 3. 10 tt 6 tt tf „ 13 tt tt 3. 18 tt — n ff ft 14 tt „ 4. 5 tt 6 tt tt tt 15 tt tt 4. 13 „ — tt Die Tiefe von 1500' ist mit der in Rede stehenden Bohrmethode ­ bis.jetzt noch nicht überschritten worden. Der Vortragende zeigte Modelle einer Bohrkrone und des Gestängs und Stücke von erbohrten Gebirgskernen vor. Trotz der überraschenden Resultate glaubt derselbe, daß bei großen Tiefen in Gebirgen, welche häufige Verröhrungen erfordern, auch die Diamantbohrung große Schwierigkeit haben werde. Der größte bis jetzt ausgeführte Bohrlochdurchmesser ­ von 6" erfordert schon sehr bedeutende Kosten, es ist fraglich, ob bei größeren Tiefen .die Resultate sich nicht vermindern würden und ob Tiefen von 4000 Fuß, wie in Speerenberg, durch das drehende Bohren überhaupt erreicht werden könnten. Der Vortragende hofft durch eine Verbindung ­ der guten Einrichtungen beider neuen Methoden, indem er von der dänischen die Wasserzuführung und von der englischen ­ die Erzielung fortlaufender Gebirgskerne einführt, die Stoßbewegung aber beibehält, mit mäßigen Kosten weiter zu kommen und übergibt dem Verein eine Brochüre, worin seine Vorschläge niedergelegt sind, betitelt: „Bohrapparate für jedes Gebirge, jede Tiefe und Weite der Bohrversuche bei Gewinnung von fortlaufenden Gebirgskernen, ­ von W. Stoz, Bohringenieur. Stuttgart 1876. Selbstverlag. ­ Guttenbergstr. Nr. 49." Allgemeiner Beifall belohnte den interessanten mit Humor gewürzten Vortrag und wurde in der darauffolgenden lebhaften ­ Debatte manches des Näheren erörtert. Herr Fabrikant A. Stotz ist namentlich im Stand, auf eigener Anschauung beruhende Mittheilungen über die im Herbst 1875 durch Schmidtmann mit dem englischen Diamantbohrer ­ ausgeführte Bohrung auf Steinkohlen in Rheinfelden zu machen. Die Arbeit begann am 16. August und endigte am 15. Oktober und wurde in dieser Zeit 1422' tief gebohrt. Da 21 Tage mit Verrohrung zugebracht wurde, so nahm die eigentliche Bohrung 28 Tage in Anspruch, machr per Tag 50' 8", und zwar so, daß der Reihe nach die Gebirgsproben als solide Kerne von 55 Millimeter Dicke vor uns liegen. Eine Beschreibung des Rheinfelder Apparates, welche die Herren A. Stotz und O. Fraas seiner Zeit im schwäbischen Merkur mitgetheilt haben, möge hier Platz finden, sie lautet: Der Unterschied dieser neuen, aus England stammenden Bohrmethode von der alten ist kurz gesagt der, daß hier nicht mit massiven Eisenstangen gebohrt wird, sondern mit Stahlröhren, an deren unterster eine mit Diamanten besetzte stählerne Krone angeschraubt ist. Die Diamanten sind selbstredend keine Juwelierdiamanten, ­ sondern sog. Carbonate aus Bahia in Brasilien, schwarzgraue, kristallinische Steine, die sich wie Stücke Coks ansehen. Ungefähr in Erbsengröße werden die Diamanten in den noch ungehärteten Stahl eingelaffen, mit Meiseln verstemmt und die Krone hierauf gehärtet. Die Stahlhülse hat 3 V engl, äußeren Durchmesser und eine 50 Millimeter weite Oeffnung; die 8 — 12 theils am äußeren, theils am inneren Rand, theils in der Mitte vertheilten Diamanten durchschneiden ­ nun das Gestein, je härter es ist, desto bester, in Folge der rasch drehenden horizontalen Bewegung, in welche das Holzgestäng gesetzt wird. Sämmtliche maschinellen Theile werden von einem 2cylindrigen Lokomobil mit eff. 20 Pferdekräften ­ bewegt. Riemen übertragen die Kraft auf die Tiefbohrmaschine, ­ welche 4 Funktionen auszuüben hat, 1) das eigentliche Bohren durch Drehung, 2) das Einführen von Wasser zum Ausspülen des Bohrlochs, 3) das Ein- und Ausbringen ­ des Gestängs, 4) das Balanciren des Bohrgestängs durch Gegengewicht. Auf einer den Bohrschacht umfassenden soliden aus T Walzeisen hergestellten Bodenrahme erheben sich übe? der Mitte des Bohrlochs 2 senkrechte parallele Ständer, welche oben verbunden den Antrieb der Bohrspindel tragen, unten zur Führung des Bohrspindelschlittens dienen und seitlich durch schiefstehende Schienen gut versteift sind. Am Fuße dieses Gestelles ist die Antriebwelle gelagert, der Maschinenführer hat hier seinen Stand, alle Ein- und Ausrückhebel, ­ wie die Bremse sind ihm hier bequem zur Hand. Zunächst liegt zu beiden Seiten des Gestells je eine horizontale ­ Hochdruckpumpe mit Windkessel, jedes der Ventile für 10 Atmosphären-Druck belastet, von welchen stets eine als Reserve dient. Die Pumpe führt durch das Innere des hohlen Bohrgestängs einen auf 10 Atm. gebrachten Wasserstrahl ­ nieder, welcher durch entsprechend eingefeilte Kurven in der Bohrkrone das Bohrloch bespült, das Bohrmehl aufnimmt und außerhalb des Bohrgestängs in die Höhe gedrückt als schlammiges Wasser oben aus der Verrohrung überläuft. Das hiezu nöthige Wasser, das per Tag 20000 Cubikfuß betragen soll, wird mittelst einer durch Drahtseil betriebenen Pumpe aus dem Rhein geholt, an dessen Ufer der 80' hohe Bohrthurm ­ steht. Von der Mitte der Antriebwelle wird durch konische Gebiete die Kraft auf eine vertikale Welle übertragen und durch diese dann die horizontale Bewegung auf die zwischen ­ den Ständern sich auf- und abbewegende hohle Bohrspindel, ­ welche anfangs wohl 300, zuletzt noch 180—200 Touren in der Minute machte. Zum dritten wird durch eine starke Uebersetzung des Getriebs die zwischen den Pumpen und der vertikalen Axe eingelagerte Kettenrolle zum Einlassen und Heben des Bohrgestängs bewegt, dem durch Verstellung von Zwischenrädern verschiedene Geschwindigkeiten gegeben werden können. Eine Bremsvorrichtung ermöglicht, diese Geschwindigkeiten ­ leicht zu reguliren. Endlich muß viertens für das Niedergehen des in horizontale Drehung gesetzten Bohrgestängs ­ das mit der Tiefe immer schwerer werdende Gewicht, ­ welches nicht zur Belastung der Bohrkrone erforderlich ist, durch ein Gegengewicht balancirt werden. Hiezu dient
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