Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 66, 1910)

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licher Schleier überzieht zunächst gleichmäßig die betreffende Fläche: 
Darüber breitet sich vom Mittelpunkt ausgehend das fast undurch- 
sichtige, rotbraune oder violette Pigment in eigentümlicher Form 
aus. Von der Mitte aus gehen schmale,” meist etwas gewundene, 
keulenförmig gestaltete Körper, nach außen sich verdickend; nicht 
selten ist rotes Pigment in der ähnlichen Weise um den Mittelpunkt 
angesammelt, während das violette den äußeren Teil bildet. Von 
eigentlicher Radialfaserung ist keine Spur vorhanden. Diese Gebilde 
können sich verzweigen oder weiter entfernt von der Mitte wieder 
verschmelzen. Sie schließen sich in der Regel zu einem im Durch- 
schnitt kreis- oder ellipsenartigen Gebilde zusammen. | 
Vereinzelt durchziehen opake, braune Mikrolithen‘ in fluidaler 
Lagerung das Gebilde. 
Der pigmentierte Teil der sphärischen Gebilde ist auch hier 
von der übrigen Grundmasse durch einen bald breiten, bald schmalen 
farblosen Hof geschieden. Bemerkenswert ist, daß dieser farblose 
Saum Fluidalmikrolithen beherbergt, welche aber nicht einer Fluidal- 
struktur folgen, sondern in gewissem Abstand die lappenförmigen 
Ausläufer umfließen. Was die Struktur anbelangt, so bestehen die 
nicht gänzlich undurchdringlichen Teile aus sehr schwach doppel- 
brechenden, äußerst kryptokristallinen Aggregaten. Der farblose Hof, 
in vielen Fällen auch der rotgefärbte Kern besteht dagegen aus grob- 
kristallinen Quarzaggregaten, deren sekundärer Charakter aus der 
unregelmäßigen Anordnung und Begrenzung, der ungestörten Durch- 
setzung der geschilderten Gebilde hervorgehen dürfte. 
Mit welcher Art von primären Strukturformen diese Gebilde 
in Zusammenhang gebracht werden können, läßt sich bei der un- 
gemein verwickelten Art ihrer Zusammensetzung und unvollkommenen 
Erhaltung kaum mit Sicherheit sagen. 
Es dürfte aber gestattet sein, auf ein Analogon hinzuweisen, 
welches sich in dem von H. VoGELsane in seinen „Kristalliten“ be- 
schriebenen Pechstein von Tolksva vorfindet. 
Hier werden Ausscheidungen mit pseudopodienartigen Fortsätzen 
beschrieben, welche in ihrem Innern Fluidalmikrolithen beherbergen. 
Der äußeren Kontur folgen hintereinander gereihte Mikrolithenzüge. 
Radialstruktur fehlt gänzlich. VoGELsang erklärt sie als im Schmelz- 
fluß parallel erstarrte Massen, welche bei nachträglicher magmatischer 
Korrosion diese Form erhielten, wobei die Fluidalmikrolithen durch 
Umschmelzung diese besondere Lagerungsweise annahmen. Der 
übrige Teil der Grundmasse zeigt „nur hie und da eine schwache 
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