Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 66, 1910)

Zur Altersfrage der Braunschweiger eolithischen 
und altpaläolithischen Funde‘, 
Von Martin Schmidt. 
Mit 2 Textfiguren, 
Den Anlaß zu der vorliegenden Mitteilung gab die Veröffent- 
lichung des Herrn Professor Dr. v. Kokzn über das Vorkommen von 
Feuersteinartefakten im Diluvium von Braunschweig? 
Koxgen beobachtete in einer Reihe von Sand- und Kiesgruben 
jener Gegend in verschiedenen geologischen Horizonten Feuerstein- 
werkzeuge von im allgemeinen eolithischem Aussehen. An einigen 
Stellen fanden sich ganz altertümliche, die er in Übereinstimmung 
mit Rutor dem Reutelien zuweist, ganz an der Basis der Sand- 
schichten. Sehr verbreitet sind andere, die zum Teil wesentlich 
moderneren, bereits altpaläolithischen Habitus zeigen. Sie liegen 
in einem stark gebräunten Kies- und Sandabschnitt nahe der oberen 
Grenze der Sandprofile. 
Unter den geologischen Profilen der zahlreichen Aufschlüsse 
ist nun zwar keines, das die Einlagerung dieses Sand- und Kies- 
komplexes zwischen zwei deutlich erhaltene Grundmoränen beob- 
achten ließe. Aber eine solche in weiterem Sinne interglaziale, 
genauer gesagt intermoränische Lagerung zwischen der letzten und 
vorletzten Vereisung, die in der Gegend normale Grundmoräne er- 
zeugt haben, wird von KoxEen doch aus der Kombination der Auf- 
schlüsse mit vollem Recht abgeleitet. 
Die Frage nach dem Alter der beiden Grundmoränen beant- 
wortet Koxen dahin, daß wir vermutlich die letzte und vorletzte der 
norddeutschen Vereisungen überhaupt vor uns haben. Doch be- 
* Zum Teil vorgetragen auf der Vers. des Schwarzwälder Zweigvereins 
für vaterländ. Naturkunde am 21. Dez. 1909, 
* Diluvialstudien. I. Die Braunschweiger Eolithenlager. N. Jahrb, f, 
Min... ete. 1909. II. S. 57 ff.
	        

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