Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 66, 1910)

Delitschia elegans nov. sp. 
Von F. L. Sautermeister in Sigmaringen, 
Die nach dem Leipziger Professor Dr. Otto DeLmschH benannte 
Pilzgattung Delitschia wurde von AUERSWALD in der Zeitschrift Hedwigia 
V. Bd. (1866) S. 49 aufgestellt. Von dieser Gattung gibt. Dr. J. SCHRÖTER 
in Dr. F. Comy’s Kryptogamen-Flora von Schlesien III. Bd. Pilze, 
2, Hälfte (1897) S. 289 und 290 folgende Definition: Fruchtkörper 
ohne Stroma, frei auf dem Substrat‘ oder in dasselbe eingesenkt. 
Peridium häutig-lederartig, schwarzbraun. Sporen durch Querteilung 
zweizellig, Membran schwarzbraun, oft mit Gallerthülle. — Die 
Gattung umfaßt zurzeit nur wenige Arten. L. FucxeL führt in 
seinen Symbolae mycol. (1869/70) S. 241 und 242 deren zwei auf: 
Delitschia didyma Avsesw., die er in Delitschia Auerswaldii um- 
taufte, und eine von ihm selbst entdeckte, die er Delitschia minuta 
nannte. In der oben erwähnten Kryptogamen-Flora von Schlesien 
fügt Dr. J. ScHRÖTER diesen beiden Delitschien 1. c. S. 290 noch 
Delitschia moravica Nırsst. hinzu, Dr. G. Winter gibt in der 2. Auflage 
von Dr. L. RABEngorst’s Kryptogamen-Flora von Deutschland, Öster- 
reich und Schweiz I. Bd. Pilze, 2. Abteilung (1887) S. 179 und 180 
Beschreibungen von noch einigen Arten, nämlich von Delitschia 
graminis Nızsse. und Delitschia furfuracea Nırssı.. Sämtliche fünf 
Arten haben 8sporige Schläuche und wachsen auf Mist, namentlich 
Hasenmist, mit Ausnahme von Delitschia graminis, die auf Avena 
Parlatorii vorkommen soll. — Manchenorts scheinen die Delitschien 
selten zu sein oder gar gänzlich zu fehlen. In der Mycologia Car- 
niolica von W. Voss (1889) z. B. ist auch nicht eine einzige Delitschia 
verzeichnet. Auch hier, bei Sigmaringen, konnte ich bis jetzt noch 
nicht eine der oben aufgezählten Arten ausfindig machen, wohl aber 
im September vorigen Jahres auf dem Kugelberg, im Januar dieses 
Jahres auf dem Brenzkoferberg und vor einigen Tagen (9. März) 
in einem Wäldchen gegen den Nollhof eines Pyrenomyceten habhaft
	        

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