Volltext : Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 66, 1910)

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geflügelten Ginsters! (Genista sagittalis L.: im Maingebiet z. B.
bei Ochsenfurt, Veitshöchheim, Triefenstein) wäre erwünscht. Verbreitet
ist die Waldknautie (Knautia silvestris L.).
3. Von den zur pontischen Gruppe gehörigen Arten unbestimmten
 Formationsanschlusses finden sich folgende echte Steppenpflanzen
sehr häufig im Bezirk: gemeine Sichelmöhre (Falcaria vulgaris
Bersz.), behaarter Günsel (Ajuga genevensis L.), quirlblütiger
Salbei (Salvia verticillata L.), zerstreut das hohe Habichtskraut
(Hieracium praealtum Vını.), da und dort (Mergentheim, Creglingen,
Frauental, Brauneck) der vergißmeinnichtähnlicheIgelsame
(Zappula Myosotis Moxxcm) und bis jetzt nur von Mergentheim nachgewiesen
 das niedrige Fingerkraut (Potentila supina L.). —
Endlich möge noch Erwähnung finden die gemeine Traubenhyazinthe
 (Muscari botryoides MıiLLER). Dieselbe findet sich bei Mergentheim,
 Waldmannshofen, Aub*, Baldersheim* und zwar auf den 3 letztgenannten
 Markungen im Wald mitten unter der zweiblättrigen Sternhyazinthe
 (Scilla bifolia L.).
Auffallend groß ist die Zahl der Steppenheidepflanzen im Bezirk,
Daraus dürfen wir schließen, daß unser Gebiet in früheren Zeiten nicht
überall ein undurchdringlicher Urwald, sondern vielfach freie, zugängliche,
 zum Besiedeln einladende Steppe war. Und diese pflanzengeographische
 Folgerung wird aufs schönste bestätigt durch die prähistorischen
 Funde im Bezirk, die bei Waldmannshofen, Niedersteinach
and Schäftersheim, auch Mergentheim bis in die jüngere Steinzeit zurückgehen,


E. Gebirgspflanzen.
Dieselben werden von Dr. GRADMANN in 3 Untergruppen eingeteilt:
 die alpine, präalpine und montane.

ll. Arten der alpinen Untergruppe
sind im Gebiet von vornherein nicht zu erwarten, Man sollte meinen,
lasselbe gälte auch von den

2. Arten der präalpinen Untergruppe.
Auffallenderweise ist dieselbe jedoch in unserem Bezirk durch
eine Art vertreten, nämlich den stattlichen gelben Enzian (Gentiana
lutea L.). Eine stattliche Kolonie dieser prächtigen Hochstaude wurde
1900 bei Edelfingen auf dem Gipfel des Theobaldberges (291 m) von
Lehrer KAHn in Edelfingen entdeckt. Der gelbe Enzian findet sich auch
im Nachbar-Maingebiet bei Gerbrunn unweit Würzburg, ja er kommt
sogar noch viel weiter nördlich (bei Doßdorf in der Nähe von Arnstadt
in Thüringen) vor. In den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde
er auch zwischen Niederrimbach und Creglingen auf einem Weideplatz
vor dem Wald „Bockstall“ noch angetroffen, ist aber dort nunmehr
verschwunden. Wegen seiner Heilkraft und seiner Verwendbarkeit zu

Der behaarte Ginster (Genista pilosa L.) bei Weikersheim.
            
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