Volltext: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 82, 1926)

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Wasserschnecken gefunden wurden. Überhaupt stimmt der Fossilinhalt 
mit dem der Tuffe und unteren Süßwasserkalke des Randecker Maars 
überein. Ob noch jüngere Schichten sich im Kessel des Maares abge- 
lagert haben, ist zweifelhaft. Möglicherweise liegen solche noch auf dem 
Sattel über den Süßwasserkalken. Sie müßten aber wenigstens in Bruch- 
stücken und verrutscht am Gehänge gefunden werden. Wahrscheinlich 
wurde das Becken schon frühzeitig angezapit, wofür die Breite der Täler 
und die weitgehende Ausräumung des Maares trotz des ziemlich geringen 
Gefälles und der nicht allzu großen Tiefe der Täler spricht. Auch im 
Hengener Maar liegen die Süßwasserkalke infolge der späteren Rut- 
schungen an der tiefsten Stelle des Sattels, der den letzten Rest des 
ehemaligen Maares darstellt. 
1II. Das Maar von Laichingen. 
Im Spätjahr 1925 fand Dr. BERCKHEMER zufällig auf der Schutt- 
ablage am Bleichberg, nördlich von Laichingen, größere Stücke eines 
plattigen, teils tonig-mergeligen, teils reinen Süßwasserkalks. Der Fund 
ist um so bedeutsamer, als seit langer Zeit in Laichingen kein Süßwasser- 
kalk mehr gefunden wurde und der Laichinger Sprudelstein in Samm- 
Jungen geradezu eine Seltenheit bildete. QuENSTEDT erwähnt in den 
Begleitworten zu Blaubeuren 1872, S. 18, daß „bei Anlage des Blattes 
im Oberdorf (dem westlichen Teil von Laichingen) einige Stücke gelber 
Breccien, deren Grundmasse verarbeitetem Lehm glich‘, mit schwarzem 
Glimmer und Magneteisen, verwittertem Olivin, Quarzkörnern, Granit- 
stücken, Bohnerzen, auch dem von Böttingen ähnliche Kalksinter ge- 
funden wurden. Die Aufschlüsse wurden wieder eingeworfen und der 
Schutt auf die Äcker und die Straße nach Feldstetten geführt. Doch 
fand Dr. Kock aus Zwiefalten in dem Schutt aus einem Brunnen in 
einem Grasgarten nördlich der nach Feldstetten führenden Straße und 
aus einem der oben an der „Staine‘ gelegenen Häuser Landschnecken und 
Knochen. Ein merkwürdiger Zufall ist es, daß früher schon Dr. BAUER 
aus Wiesensteig bei der eine Viertelstunde in nordöstlicher Richtung 
entfernten Ziegelhütte, also ebenfalls am Bleichberg, Erbsenstein fand, 
der wohl wie die neuesten Funde von Laichingen stammte und als 
Schutt hergeführt worden war. In Laichingen selbst ist der Sprudel- 
stein, wie ich bei der Suche nach der Herkunft des neuen Fundes merkte, 
fast vollständig in Vergessenheit geraten und lediglich der Vorstand 
der dortigen Sparkasse, Herr SEMLE, wußte aus einem etwa vor 30 Jahren 
gehaltenen Vortrag, daß der Sprudelstein früher in der Schallengasse, 
die vom Marktplatz zur Straße nach Feldstetten hinaufführt, gefunden
	        
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