Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 67, 1911)

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statistischen Angaben über die Verteilung von Wald, Acker, Wiese usw, 
innerhalb der einzelnen Abteilungen der Buntsandsteinformation be- 
kannt, so daß die nachfolgend aufgeführten Ermittelungen sich auf 
die ganze Formation beziehen. Erinnern wir uns aber, daß im all- 
gemeinen, bedingt durch ihre Beschaffenheit, die Böden des Röts, 
sowie des unteren Buntsandsteins meist besser für Pflanzenkultur 
befähigt sind, als die der mittleren Abteilung, so werfen die nach- 
stehenden Aufnahmen ein etwas zu günstiges Licht auf die Anbau- 
verhältnisse der letzteren. Dementsprechend dürfen wir annehmen, 
daß für unsere Abteilung allein das Verhältnis von Ackerland zu 
Waldboden eher schlechter ist, als jene Zahlen es vermuten lassen. 
Wie stark das Vorherrschen des Waldbaues auf dem Buntsand- 
stein ausgeprägt ist und wie hervorragend der landschaftliche Cha- 
rakter einer Gegend hierdurch bestimmt wird, läßt sich durch nach- 
stehende Urteile am besten widergeben. So äußert sich u, a. BEY- 
SCHLAG! anläßlich der Kartierung von Blatt Seifertshausen, woselbst 
Zechsteinböden und Buntsandsteinböden aneinandergrenzen, folgender- 
art: „Die Abgrenzung der der Feldkultur unterworfenen Bodenfläche 
gegen diejenige, welche dem Waldbau dient, folgt in rationeller Weise 
im allgemeinen der Grenze beider Formationen, freilich mit der Modi- 
fikation, daß bei flacher Terrainneigung die Bröckelschieferzone und 
letzteres freilich wohl nur aus Mangel an ertragsfähigem Ackerland, 
auch ein Streifen unteren Buntsandsteines noch zur Feldwirtschaft 
herangezogen wird. Es geschieht dies wohl vielerorts in Hessen und 
Thüringen, jedoch wohl selten mit so schlechtem Erfolg wie hier. 
Das Buntsandsteingebiet ist ein echtes Laubwaldterrain und trägt 
demgemäß vielerorts schöne Eichen- und Buchenbestände, die einen 
verhältnismäßig raschen Umtrieb haben?“ A. v. KogneEn bekundet 
gleiches, wenn er schreibt: „Felder befinden sich auf dem mittleren 
Buntsandstein auf Blatt Lengsfeld eigentlich nur da, wo nicht genug 
besserer Boden für den Ackerbau vorhanden ist. Oft fällt die Grenze 
zwischen Feld und Wald deshalb mit der Grenze zwischen unterem 
und mittlerem Buntsandstein mehr oder weniger zusammen *.“ Und 
desgleichen aber noch allgemeiner gefaßt sagt derselbe Autor: 
„Unsere Vorfahren haben nun in richtiger Würdigung nicht der 
geologischen Verhältnisse, sondern der Fruchtbarkeit des Bodens 
ı Beyschlag, Erl, z. Bl. Seifertshausen der geol. Spezialkarte von 
Preußen, S, 8. 
? Vergl. hierzu auch. Bl. Ludwigseck (Beyschlag). S. 9. 
v. Koenen, Erl. z. Bl. Lengsfeld, S. 8.
	        

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