Ueber die Tektonik und das Gewässernetz der Umgebung
von Stuttgart.
Mit Tafel II,
Von A. Finckh, stud, chem.
Mit Hilfe der Umgebungskarte von Stuttgart 1:25000 habe
ich in den letzten zwei Jahren größere Gebiete im Westen, Südwesten
und Süden der Stadt, so genau als es mir irgend möglich
war, geognostisch kartiert. Es ist nicht verwunderlich, daß
meine Aufnahme, der eine so vorzügliche Höhenkurvenkarte zugrunde
lag, an vielen Punkten ein wesentlich anderes Kartenbild
ergab als die alte geognostische Karte 1: 50000 mit ihrer durchaus
ungenügenden topographischen Unterlage‘. In dieser Kartenaufnahme
besitze ich nun ein Material, das eine richtige Darstellung der Tektonik
erlaubt. .
Zur Darstellung (siehe Tafel) verwende ich das Verfahren, die
Höhenlage einer ganz bestimmten Schicht — ich nehme dazu die
Grenzschicht zwischen den weißen Keupersandsteinen und den bunten
Mergeln; siehe unten! — nach Abdeckung der Jüngeren Formationen,
bezw. Ergänzung der bereits erodierten älteren, in einem äquidistanten
Diagramm darzustellen. Aber die Wahl einer hiefür geeigneten Schicht
bietet bei Stuttgart einige Schwierigkeiten. Mein Kartengebiet umfaßt
die verschiedenen Terrassen des Keupers von der Lettenkohle
bis zur Liasebene, Gerade im Keuper gibt es sehr wenige eben
durchlaufende Horizonte. So leicht es auch ist, im Lias für jeden
Aufschluß die Höhe der Lias-Rhät- (oder Lias-Knollenmergel-) grenze
zu berechnen, im Liegenden des Lias müssen wir gleich 100 m tiefer
gehen, um eine Schicht zu finden, mit der man berechnen kann.
Geognostische Karte von Württemberg 1:50000 und zugehörige Begleitworte:
Blatt Stuttgart (3. Aufl. 1910), Blatt Böblingen (2. Aufl, 1896), beide
Blätter neu bearbeitet von E. Fraas.